Curriculum zur Basisfortbildung: Stillen und Stillförderung

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Auf verschiedene Berufsgruppen zugeschnitten

Die Vorkenntnisse zum Stillen sind von Berufsgruppe zu Berufsgruppe sehr unterschiedlich. Auch der Beratungsalltag unterscheidet sich. Das Fortbildungskonzept ist deshalb für drei Multiplikatoren-Zielgruppen differenziert:

  1. Ärzte
    (z.B. Frauenärzte, Kinder- und Jugendärzte, Ernährungsmediziner)
  2. Weitere Berufsgruppen mit Stillvorkenntnissen
    (z.B. Hebammen, Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Oecotrophologen)
  3. Berufsgruppen ohne Stillvorkenntnisse
    (z.B. Medizinische Fachangestellte, Präventionsassistenten, Pädagogen, Psychologen und andere Fachkräfte, wie Sozialpädagogen, die z.B. im Rahmen Früher Hilfen mit jungen Familien befasst sind)

Das Curriculum gibt Empfehlungen, wie ausführlich die einzelnen Themen für die verschiedenen Berufsgruppen jeweils behandelt werden.


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Wertvolle Unterstützung und Stillförderung

Die Empfehlung der Nationalen Stillkommission und des Netzwerks Gesund ins Leben, mindestens bis zum Beginn des 5. Lebensmonats ausschließlich zu stillen, wird in Deutschland nur bei einem Drittel der Kinder (34%) erfüllt [1]. Werdende Mütter entscheiden in der Regel schon früh in der Schwangerschaft, ob sie stillen wollen oder nicht. Sie brauchen deshalb bereits in dieser Zeit Informationen über das Stillen. Nach der Geburt sollte die Stillförderung kontinuierlich fortgeführt werden, denn viele Mütter hören in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt mit dem Stillen auf bzw. beginnen mit dem Zufüttern von Säuglingsmilchnahrung [2, 3]. In dieser sensiblen Phase besteht deshalb besonderer Unterstützungsbedarf.

Für die Unterstützung und Begleitung von Müttern und ihren Partnern sind insbesondere Multiplikatoren geeignet, die einen regelmäßigen Kontakt zu jungen Familien haben und bei ihnen großes Vertrauen genießen, wie zum Beispiel Ärzte, Hebammen oder Medizinische Fachangestellte. Die Vorkenntnisse zum Thema Stillen sind dabei sehr unterschiedlich. Umso wichtiger ist es, dass alle relevanten Berufsgruppen über einheitliche Grundkenntnisse für die Beratung von Schwangeren, Müttern und Eltern verfügen. Dafür wurde das hier vorgestellte standardisiertes Fortbildungskonzept entwickelt.

Quellen:

[1] von der Lippe E et al.: Einflussfaktoren auf Verbreitung und Dauer des Stillens in Deutschland. Ergebnisse der KiGGS-Studie – Erste Folgebefragung (KiGGS Welle 1). Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2014;57:849–59

[2] Dulon M, Kersting M, Schoch S: Duration of breastfeeding and associated factors in Western and Eastern Germany. Acta Paediatrica 2001;90:931–5

[3] Kohlhuber M. et al: Breastfeeding rates and duration in Germany: a Bavarian cohort study. British Journal of Nutrition 2008 99(5): 1127–32


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Ansprechpartnerin

Katharina Krüger
Geschäftsstelle:
Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie
aid infodienst e.V.
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel.: 0228 8499-114; Fax: -177
E-Mail: k.krueger@aid-mail.de