Essen & Trinken in der Stillzeit

Empfehlungen zur Ernährung der Mutter in der Stillzeit

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Frau isst Karotte

Empfehlungen zum Essen

  • Stillende Frauen sollten abwechslungsreich, ausgewogen und regelmäßig essen.
  • Stillende Frauen sollten keine Reduktionsdiäten durchführen (nicht durch Kalorienrestriktion gezielt abnehmen).
  • Diätetische Einschränkungen für die Mutter in der Stillzeit haben keinen erkennbaren Nutzen für eine Allergieprävention beim Kind und werden nicht empfohlen, zumal sie das Risiko einer unzureichenden Nährstoffversorgung bergen.
  • Stillende Frauen sollten nach Möglichkeit 2-mal wöchentlich Seefisch verzehren, davon mindestens 1-mal wöchentlich fettreichen Fisch (z. B. Hering, Makrele, Lachs, Sardine).

Empfehlung zum Trinken

  • Stillende Frauen sollten reichlich und regelmäßig trinken (z. B. 1 Glas Wasser zu jeder Stillmahlzeit).

Hintergrund

Aussagen zum Essen. Das FKE gibt Anhaltswerte für Lebensmittelmengen. In den Beratungsstandards der DGE [1] werden Stillenden qualitative Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl gegeben. Für „abwechslungsreich und ausgewogen essen“ plädieren DGKJ, Nationale Stillkommission und WHO [2]. Aus Sicht der Experten/-innen sind Grammangaben wenig hilfreich. Die Ernährungsempfehlungen sollen über die aid-Ernährungspyramide [3] oder den DGE-Ernährungskreis [4] kommuniziert und die benötigten Lebensmittelzulagen anhand von Portionsbeispielen verdeutlicht werden. Das FKE hält die zugrunde liegenden Anhaltswerte für Lebensmittelmengen (Grammangaben) vor, woraus dann praxisnahe Portionszahlen usw. für die Kommunikation abgeleitet werden können. Dies wird in der Schulung der Multiplikatoren/-innen vermittelt.

Ein mäßiger Gewichtsverlust und ein Abbau von Fettgewebe während der Stillzeit sind normal, das Abnehmen sollte jedoch nicht forciert werden. DGE und FKE empfehlen, so viel zu essen, dass das Gewicht gehalten oder nur langsam abgenommen wird. Wird zu stark abgenommen, leidet die Milchbildung. Die Experten/-innen plädieren dafür, diesen Aspekt in der Schulung der Multiplikatoren/-innen besonders zu berücksichtigen. Ein konkreter Wert für einen akzeptablen Gewichtsverlust kann nicht gegeben werden. Ein Hinweis auf eine zu starke Gewichtsabnahme ist die Unterschreitung des Gewichts, das die Mutter vor der Schwangerschaft hatte.

Für einen vorbeugenden Verzicht von bestimmten Lebensmitteln zum Zwecke der Allergievorbeugung gibt es keine Belege (Empfehlungsklasse A, S3-Leittlinie Allergieprävention [5]). Der Speisezettel sollte deshalb nicht unnötig eingeschränkt werden (DGKJ, FKE, WHO [6]), denn dies könnte die ausreichende Nährstoffversorgung der Mutter gefährden.

Fisch in der Ernährung der Stillenden scheint protektive Effekte auf die Entwicklung von atopischen Erkrankungen beim Kind zu haben [7] (S3-Leitlinie Allergieprävention [5], Empfehlungsklasse B). Fettreiche Seefische enthalten die langkettigen ω3-Fettsäuren DHA und EPA in größeren Mengen. Ein bevorzugter Verzehr großer Raubfische, wie Thunfisch oder Schwertfisch, kann aufgrund einer höheren Schadstoffbelastung nach aktuellen Stellungnahmen nicht empfohlen werden [8, 9].

Aussagen zum Trinken. Die D-A-CH-Referenzwerte 2008 geben als Richtwert für die Wasserzufuhr durch Getränke 1700 ml an. Meist werden jedoch keine konkreten Trinkmengen empfohlen. Die Nationale Stillkommission und das FKE raten, zu jedem Stillen ein Glas Flüssigkeit bereitzustellen/zu trinken.

Eine spezifische Wirkung von so genannten Milchbildungstees ist nicht nachgewiesen. Der Aspekt „milchfördernde Lebensmittel“ und ihr möglicher „Placeboeffekt“ (im Hinblick auf ausreichendes Trinken) sollen in der Fortbildung der Multiplikatoren/-innen thematisiert werden.