Inaktivität

Empfehlungen

"Nach dem Essen möcht' ich hier raus!" Foto: © Monkey Business / Fotolia.com
Baby im Hochstuhl
  • Autositze, Kinderwagen, Hochstühle etc. sollen nur für den ursprünglichen Zweck genutzt und nicht zum „Aufbewahren“ des Kindes verwendet werden.
  • Säuglinge sollen nicht vor Bildschirmmedien gesetzt werden.
  • Eltern sollen auf das Bedürfnis ihres Säuglings nach Ruhe achten. Sie sollen ein ausgewogenes Verhältnis von Aktivität und Ruhe (Wach- Schlaf-Rhythmus), z. B. durch Rituale, unterstützen.

Grundlagen der Empfehlungen

Aufgrund der entwicklungsphysiologisch abgeleiteten Bedeutung von Bewegung sollte die Bewegungszeit so wenig wie möglich begrenzt werden. Analog zum Bewegungsverhalten ist auch inaktives Verhalten im frühen Kindesalter mit dem Verhalten im weiteren Lebensverlauf assoziiert [123]. Verschiedene Expertengruppen sprechen sich dafür aus, inaktives Verhalten in den Wachphasen zu begrenzen [7, 36, 101, 210]. Insbesondere Bildschirmmedien überfordern Kinder im 1. Lebensjahr. Ein Nutzen ist nicht nachgewiesen [40, 39].


Hintergrundinformationen

Kinderwagen, Hochstuhl, Babysitz, -schale, -wippe etc. schränken die Bewegungsmöglichkeiten ein, und der übermäßige Gebrauch kann sich möglicherweise negativ auf die motorische Entwicklung auswirken [1]. Sind längere Aufenthalte im Autositz oder Kinderwagen unumgänglich, sollten Eltern regelmäßig Pausen einlegen, dem Säugling Gelegenheit zur Bewegung geben und dabei seine Signale beachten.

Bildschirmmedien gehören heute zum Alltag von Familien. Säuglinge erfahren schon früh, wie Familienmitglieder mit diesen Medien umgehen und wie viel Aufmerksamkeit sie ihnen schenken. Deshalb sollten Eltern und ältere Geschwister auch bei der Mediennutzung ein gutes Vorbild sein. Eltern sollen ihre Säuglinge keinen Bildschirmmedien aussetzen („Mitgucken“), ihnen diese nicht direkt an die Hand geben und sie nicht zur Ablenkung und zur Beruhigung des Kindes nutzen.

Die Ausbildung eines Schlaf-Wach-Rhythmus gehört zur gesunden Entwicklung [195]. Ausreichende Schlaf-und Ruhephasen spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Gehirns, das Verarbeiten von Informationen, das Lernen und das Gedächtnis. Eine aktuelle Studie konnte zeigen, dass sich Babys nach einem kurzen Schlaf besser an den Namen von Gegenständen erinnern und abgebildete Gegenstände kategorisieren konnten als nach einer Wachperiode [98]. Eltern können ihr Kind unterstützen, indem sie Einschlafrituale pflegen und für regelmäßige Schlaf-, Wach- und Ruhezeiten sorgen. Dabei sollten sie die Signale des Kindes (Müdigkeit, Erholungsbedürfnis, Aufnahmebereitschaft, Überreizung etc.) beachten und adäquat beantworten. Übermüdung und auch Überreizung sollten vermieden werden [195].

Die Stiftung Kindergesundheit und die DGKJ klären in Elterninformationen über die empfehlenswerten Maßnahmen zum gesunden Babyschlaf auf.