Stillen: das Beste für Mutter und Kind

Stillen ist ein echtes Rundum-Paket für die ersten Lebensmonate: Wenn Sie bzw. Ihre Partnerin stillen, bieten Sie Ihrem Baby Nähe, Zuwendung und eine optimale Ernährung. Genau, was es braucht.

Muttermilch: Perfekt fürs Baby

Der Körperkontakt beim Stillen hilft Mutter und Kind, sich miteinander vertraut zu machen. (Foto: © René Jansa – iStock)
Baby an der Brust (Copyright: iStock - René Jansa)

Muttermilch liefert von Natur aus alle wichtigen Nährstoffe, die Ihr Baby für eine gesunde Entwicklung braucht. Sie ändert sogar im Laufe der Zeit ihre Zusammensetzung, damit sie immer auf die aktuellen Bedürfnisse Ihres Babys abgestimmt ist.

Auch schon während einer Stillmahlzeit passt sich die Zusammensetzung perfekt an: Am Anfang ist nur wenig Fett und damit wenig Energie in der Muttermilch. Sie löscht jetzt vor allem den Durst. Zum Ende der Mahlzeit sättigt sie Ihr Baby, weil sie fett- und energiereicher ist. Ihr Baby braucht also genug Zeit an einer Brust, bevor Sie zur anderen Seite wechseln.


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Praktisch, immer verfügbar und kostenlos

Praktischer geht es nicht: Muttermilch ist immer und überall in der passenden Menge verfügbar. Sie hat jederzeit die richtige Zusammensetzung, ist wohltemperiert und hygienisch einwandfrei. Außerdem kostet sie nichts und spart Zeit. Denn Sie müssen kein Milchpulver kaufen, keine Fläschchen zubereiten und sie nicht spülen.

Stillende Mütter müssen nicht ständig bei ihrem Kind sein, sondern können ihren Alltag auch unabhängig vom Trinkrhythmus Ihres Babys gestalten. Denn Sie bzw. Ihre Partnerin können die Milch abpumpen. So können auch Väter, Großeltern oder der Babysitter das Baby mit Muttermilch füttern, wenn die Mama unterwegs ist.


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Stillbeginn: Gleich einsteigen, aber ohne Stress

Mutter und Kind haben sich während der Schwangerschaft gut aufs Stillen vorbereitet. Das Baby hat schon im Mutterleib geübt, zu trinken und zu saugen, und das Hormonsystem hat den Körper der Mutter auf das Nähren ihres Babys eingestimmt. Nach der Geburt ist also alles bereit. Sie brauchen in der Regel einfach nur anzufangen. Vertrauen Sie auf sich und Ihr Baby, selbst wenn es vielleicht nicht sofort klappt. Bald werden Sie sich gut aufeinander eingestimmt haben.

Schon gleich nach der Geburt schafft Hautkontakt mit Ihrem Baby Vertrauen zwischen Ihnen. Die Milchbildung kommt am besten in Gang, wenn Sie Ihr Baby rasch nach der Geburt das erste Mal an die Brust anlegen, wenn möglich innerhalb der ersten zwei Stunden. Bis die Milchproduktion richtig läuft, dauert es in der Regel ein bis fünf Tage. Am Anfang bildet die Brust geringere Mengen, die Ihr Baby aber gut versorgen. Füttern Sie nicht zu, sondern legen Sie Ihr Baby immer wieder an und die Milchbildung kommt von alleine immer besser in Gang.


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Wie lange stillen?

Im ersten halben Jahr ist das Stillen für alle gesunden Säuglinge zu empfehlen, d.h. mindestens bis zum Beginn des 5. Monats nur Muttermilch und sonst nichts anderes. Wenn das Baby mit dem Breiessen beginnt, ist es gut, weiter zu stillen. Das erleichtert Ihrem Kind die Umstellung auf die neue Nahrung und schützt gleichzeitig vor Allergien. Nach und nach werden die Breie die Stillmahlzeiten ablösen.


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Still-Rhythmus: Hören Sie auf Ihr Kind

Das Baby zeigt Ihnen in der Regel, wann es trinken möchte und auch, wie lange es Muttermilch braucht. In den ersten Lebenswochen ist es normal, wenn Ihr Baby nach 2 Stunden wieder Hunger hat.

Die weibliche Brust kann die Milchmenge prima an den Bedarf des Kindes anpassen. Bei Wachstumsschüben (wie zum  Beispiel beim ersten Schub um den 10. Lebenstag herum) können Sie die Milchbildung durch häufigeres, beidseitiges Anlegen steigern.

Falls Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Hebamme, Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin, den Arzt oder die Ärztin Ihres Kindes oder Ihre Stillberaterin bzw. Ihren Stillberater. Sie helfen Ihnen gerne weiter.


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Wer möchte: Es gibt Hilfe und Unterstützung.

Stillen ist ein Lernprozess. In der Regel kann jede Frau, die es möchte, stillen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, falls es mal holpert. Bei allen Schwierigkeiten und Fragen helfen Ihnen Frauen- und Kinderärzte und -ärztinnen, Hebammen und Stillberater/-innen. Das gilt für körperliche Probleme genauso wie für die Frage, wie sich das Stillen mit dem Beruf vereinen lässt oder ins Familienleben und in die Partnerschaft integrieren lässt.


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Auch Teilstillen ist wertvoll

Muttermilch versorgt Ihr Baby mit wichtigen Nährstoffen und Schutzfaktoren. Im ersten halben Jahr ist das Stillen für alle gesunden Säuglinge zu empfehlen. Fachleute raten daher, mindestens bis zum Beginn des fünften Monats möglichst ausschließlich zu stillen.

Jedes Stillen ist wertvoll, auch teilweises. Auch wenn Sie nicht voll stillen können oder möchten, profitiert Ihr Baby von jeder einzelnen Muttermilchmahlzeit. Zusätzlich erhält es eine industriell hergestellte Säulingsanfangsnahrung.


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