Wenn nicht (voll) gestillt wird

Ihr Baby wird nicht oder nur teilweise gestillt? Dann können Sie Ihr Kind mit industriell hergestellter Säuglingsnahrung gut versorgen. Sie ist sorgsam hergestellt und deckt den Energie- und Nährstoffbedarf Ihres Babys.

Die richtige Wahl: „Pre“ oder „1“

Foto: © Dmitry Pichugin - Fotolia.com
Babyhand in Elternhand

Säuglingsanfangsnahrung wird mit „Pre“ oder „1“ bezeichnet. Mit dieser Anfangsmilch können Sie Ihr Baby von Geburt an füttern und auch nach Einführung der Breie im ganzen 1. Lebensjahr dabei bleiben. Genau wie Muttermilch können Sie „Pre“-Milch und Säuglingsmilchnahrung „1“ füttern, so oft und so viel das Baby möchte. Folgenahrung (mit der Ziffer 2) darf erst gefüttert werden, wenn das Baby B(r)eikost bekommt. Gegen Ende des 1. Lebensjahres braucht Ihr Baby keine Säuglingsnahrung mehr. Es lernt jetzt immer mehr, normale Lebensmittel zu essen. Folgenahrung oder „Junior-Milch“ ist nicht nötig, da Ihr Kind mit dem Familienessen alles bekommt, was es braucht.


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HA-Nahrungen für allergiegefährderte Säuglinge

Sind Sie als Eltern von Allergien betroffen oder haben Geschwister Ihres Babys Allergien? Dann hat es ein erhöhtes Allergierisiko, das sie mit einfachen Maßnahmen mindern können. Wenn Sie nicht stillen können oder möchten, sind  HA-Anfangsnahrungen die beste Wahl für Ihr Baby. HA steht für hypoallergen und bedeutet weniger allergieauslösend.

Geeignete HA-Produkte für Ihr allergiegefährdetes Baby erkennen Sie an den Bezeichnungen Pre, HA-Pre, HA-Start oder HA-1. Solche Fertigmilch können Sie Ihrem Baby in den ersten Monaten als alleinige Nahrung geben. Wenn Sie Ihr Baby später Schritt für Schritt an Brei gewöhnen, können Sie auf normale, nicht hypoallergene Säuglingsnahrung umstellen.


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Bitte darauf verzichten: selbst hergestellte Säuglingsmilch

Industriell hergestellte Säulingsmilch ist sorgsam produziert, gut kontrolliert und deckt die Bedürfnisse Ihres Babys. Säuglingsnahrung aus besonderer Fürsorge selbst herzustellen ist nicht nötig – im Gegenteil: Es gelingt kaum, die Zusammensetzung von fertiger Säuglingsmilchnahrung zu erreichen und den Bedarf Ihres Babys an den vielen verschiedenen Nährstoffen in den richtigen Mengen zu decken.

Sojamilch oder Tiermilch (ganz gleich ob Kuh, Ziege, Schaf oder Pferd) sind nicht zur Säuglingsernährung geeignet und können sogar krank machen. Wissenschaftliche Studien konnten auch keine allergievorbeugende Wirkung belegen. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Baby könnte zum Beispiel Kuhmilch nicht vertragen, lassen Sie sich von einer Fachkraft beraten.


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Unklarer Nutzen von Prä- und Probiotika

Manche Milchnahrungen enthalten Prä- und Probiotika, denen gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt werden. Sie sollen die Verdauung von Babys fördern, ihr Immunsystem stärken und dabei helfen, ihre Darmflora aufzubauen. Diese Vorteile sind wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.


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Spezialnahrungen nur nach ärztlicher Beratung

Im Handel gibt es spezielle Säuglingsmilch gegen Blähungen, Verstopfung, Durchfall oder Spucken. Füttern Sie solche Spezialnahrungen jedoch nicht ohne ärztliche Empfehlung. In der Regel sind die Beschwerden harmlos, vorübergehend und leicht zu beheben. Der Arzt bzw. die Ärztin Ihres Kindes oder Ihre Hebamme geben Ihnen gerne Anregungen.


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Säuglingsmilch immer frisch zubereiten

Gekaufte Säuglingsmilch ist leicht zuzubereiten. Der Hersteller gibt Ihnen auf jeder Packung Hinweise zur richtigen Dosierung. Achten Sie bitte auch in Bezug auf die Hygiene auf eine besonders sorgfältige Zubereitung. Wenn das Pulver nicht sachgerecht gelagert oder zubereitet wird, können sich darin Bakterien bilden. Diese sind schädlich für die Gesundheit Ihres Babys, denn in den ersten Monaten ist es sehr anfällig für bakterielle Infektionen.

Bereiten Sie Säuglingsmilch deshalb immer direkt vor der Mahlzeit frisch zu und gießen Sie nicht getrunkene Milchreste weg. Angebrochenes Milchpulver sollten Sie gut verschließen und trocken lagern.


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Trinkwasser fürs Fläschchen

Frisches Leitungswasser eignet sich am besten für die Zubereitung von Säuglingsmilch aus Pulver. Lassen Sie dazu das Wasser ablaufen, das zuvor in der Leitung stand, bis kaltes Wasser aus der Leitung fließt. Beim Anrühren sollte das Wasser lauwarm (maximal 40 Grad Celsius) sein. Wenn Sie es vorher abkochen, lassen Sie es auf diese Temperatur abkühlen. So vermeiden Sie, dass sich ihr Baby verbrüht.

In Wasserfiltern vermehren sich Keime besonders gut. Verzichten Sie deshalb auf gefiltertes Wasser. Frisches Leitungswasser ist völlig ausreichend.

Trinkwasser ist ein sehr sorgfältig kontrolliertes Lebensmittel und in der Regel ideal für die Säuglingsernährung. Wenn es in Ihrem Haus Bleileitungen gibt, sollten Sie jedoch ausnahmsweise darauf verzichten, das Wasser für Trinkfläschchen zu verwenden. Welche Leitungen bei Ihnen verlegt sind, können Sie vom Hauseigentümer erfahren. Falls das Trinkwasser bei Ihnen aus Hausbrunnen stammt, sollten Sie die Wasserqualität in jedem Fall prüfen lassen, bevor Sie damit die Flaschennahrung für Ihr Baby zubereiten.

Bei Zweifeln informiert das Wasserwerk oder das Gesundheitsamt, ob Sie Ihr Leitungswasser für Babynahrung verwenden können. Ist das Wasser in Ihrem Haus nicht geeignet, können Sie auf abgepacktes Wasser aus dem Handel zurückgreifen, das den Hinweis „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ trägt.


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Tipptopp sauber: Flaschen und Sauger

Reinigen Sie Flaschen und Sauger gründlich, und zwar direkt nach jeder Mahlzeit. Bis zur nächsten Mahlzeit bleiben sie am besten an einem trockenen Ort. Zusammen mit der immer frischen Zubereitung der Milchnahrung sorgen Sie so für Mahlzeiten, die Ihrem Baby gut tun und hygienisch unbedenklich sind. Gummisauger sollten Sie gelegentlich auskochen oder ersetzen. Sie werden mit der Zeit porös und damit können sich Nahrungsreste ablagern. Silikonsauger brauchen Sie nicht auszukochen.


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