Essen & Trinken in der Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist ein guter Einstieg in eine bewusste Familienernährung, die Eltern und Kind auf Dauer gut tut. Komplizierte Regeln gibt es nicht. Mit nur wenigen Ausnahmen gelten für Schwangere dieselben Empfehlungen wie für Nichtschwangere.

Nicht (viel) mehr essen, sondern besser

Foto: © Joanna Zielinska – Fotolia.com
Schwangere mit Obstteller

Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung tun gut und fördern die Gesundheit. Das gilt in jeder Lebensphase. Doch vor und in der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, auf sich zu achten. Denn Ernährung und Bewegung wirken sich auf Mutter und Kind aus, nicht nur in der Schwangerschaft sondern auch lange darüber hinaus.

Während der Schwangerschaft versorgt die Mutter ihr ungeborenes Kind über ihren eigenen Stoffwechsel. Wussten Sie, dass der Energiebedarf schwangerer Frauen nur geringfügig ansteigt und das auch erst etwa ab dem 4. Schwangerschaftsmonat? Wenn Sie zum Beispiel zusätzlich eine Scheibe Vollkornbrot mit Käse und eine Tomate essen, haben Sie den Mehrbedarf eines Tages schon gedeckt. Von einzelnen Nährstoffen braucht der Körper jetzt aber weit mehr als vor der Schwangerschaft. Für zwei denken, aber nicht für zwei essen, lautet also das Motto. So ermöglichen Sie es Ihrem Baby, prima wachsen und gedeihen zu können. Im Alltag können Sie das umsetzen, indem Sie viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte in Ihren Speiseplan einbauen. Das sind Beispiele für Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte.

Für Schwangere gilt, was in jeder Lebensphase gut tut: Essen und trinken Sie bewusst, abwechslungsreich und ausgewogen.

  • Genießen Sie reichlich kalorienfreie/kalorienarme Getränke und pflanzliche Lebensmittel.

  • Essen Sie tierische Lebensmittel nur in Maßen und bevorzugen Sie dabei fettarme Milch(-produkte), fettarmes Fleisch, fettarme Fleischwaren und fettreiche Meeresfische.

  • Sparsam verzehren sollten Sie Fette mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren sowie Süßigkeiten und Snackprodukte.

Gönnen Sie sich regelmäßige Mahlzeiten für ein besseres Wohlbefinden.


Nach oben

Nach oben

Lebensmittel sorgfältig auswählen

Manche Lebensmittel können Erreger enthalten, die dem ungeborene Kind schaden können. Es geht um die Auslöser für Toxoplasmose und Listeriose. Das sind relativ seltene, aber für das Kind ernsthafte Infektionskrankheiten, die meist durch den Verzehr roher tierischer Produkte hervorgerufen werden. Meiden Sie daher bestimmte Lebensmittel und achten Sie beim Umgang mit Lebensmitteln auf einige Hygieneregeln. Alles Wissenswerte dazu und praktische Tipps sind in diesem kostenlosen Flyer zusammengefasst.


Nach oben

Abwechslung ist die beste Allergievorbeugung

Auch wenn sich Allergien nicht sicher vermeiden lassen, tragen einfache Maßnahmen dazu bei, das Allergierisiko Ihres Kindes zu verringern oder das Auftreten einer allergischen Erkrankung hinauszuzögern. Wenn Sie sich in der Schwangerschaft ausgewogen und abwechslungsreich ernähren, helfen Sie, einer Allergie bei Ihrem Kind vorzubeugen.

Bei einem einseitigen Speiseplan können einzelne Nährstoffe leicht zu kurz kommen. Es ist nicht nötig und auch nicht empfehlenswert, zur Allergievorbeugung auf bestimmte Lebensmittel, zum Beispiel auf häufige Allergieauslöser wie Kuhmilch oder Hühnerei, zu verzichten. Bei Fisch gibt es sogar Anzeichen dafür, dass allergische Erkrankungen seltener auftreten, wenn die Mutter in der Schwangerschaft und in der Stillzeit regelmäßig Fisch genießt. Fachleute empfehlen zwei Portionen Fisch pro Woche, davon einmal fettreichen. Besonders fettreiche Meeresfische sind Hering, Makrele, Lachs oder Sardine.


Nach oben

Folsäure, Jod und Eisen

Schwangere Frauen brauchen von einigen Nährstoffen deutlich mehr als sonst. Eine ausgewogene Ernährung liefert die meisten von ihnen in ausreichender Menge. Bei Jod und Folsäure lässt sich der höhere Bedarf in der Schwangerschaft über Lebensmittel allein nicht decken.

Folsäuretabletten sollten alle Frauen mit Kinderwunsch und alle werdenden Mütter bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels einnehmen. Fachleute empfehlen, ein Präparat mit 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag zusätzlich zur ausgewogenen Ernährung einzunehmen.

Achten Sie auch bei Jod schon vor und in der Schwangerschaft auf eine ausreichende Aufnahme. Jodsalz bzw. Lebensmittel mit Jodsalz, zwei Portionen Meeresfisch pro Woche und regelmäßig Milch- und Milchprodukte tragen zu einer guten Versorgung bei. Nehmen Sie in der Schwangerschaft mit Jodtabletten weitere 100 (bis 150) Mikrogramm Jod pro Tag auf.

Behalten Sie zusätzlich Ihre Eisenversorgung im Blick. Weil es hier große individuelle Unterschiede gibt, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin über das Thema sprechen.


Nach oben