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Energie- und Nährstoffbedarf

Der Energiebedarf steigt im Verlauf der Schwangerschaft nur leicht an.

Frau isst Salat
Kittiphan / Fotolia.com

Empfehlungen

  • Der Energiebedarf steigt im Verlauf der Schwangerschaft nur leicht an. Der Energiebedarf ist in den letzten Monaten der Schwangerschaft etwa 10 % höher als vor der Schwangerschaft.
  • Im Verhältnis zum Energiebedarf steigt der Bedarf an einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen/Spurenelementen in der Schwangerschaft erheblich stärker. Deshalb sollten schwangere Frauen besonders auf die Qualität ihrer Ernährung achten.

Hintergrund

Der Energieverbrauch in körperlicher Ruhe steigt während der Schwangerschaft nur gering an. Dieser Anstieg erfolgt vor allem im zweiten und dritten Trimester. In Abhängigkeit von der körperlichen Aktivität besteht eine hohe Variabilität des Nahrungsenergiebedarfes. Dies ist einer der Gründe für erhebliche Unterschiede der von verschiedenen Organisationen veröffentlichten Referenzwerte für den zusätzlichen Energiebedarf im Verlauf der Schwangerschaft [1, 2, 3, 4, 5, 6].

Die Empfehlung „etwa 10 % mehr in den letzten Monaten“ unterstreicht, dass der Energiebedarf nur leicht steigt. Häufig überschätzen Schwangere ihren Energiebedarf. Eine überkalorische Ernährung kann sich aber ungünstig auf den Schwangerschaftsverlauf sowie auf die Gesundheit des Kindes auswirken [7, 8, 9, 10]. Im Verhältnis zum Energiebedarf steigt der Bedarf an vielen Vitaminen und einigen Mineralstoffen deutlich stärker. Ein nennenswerter Mehrbedarf besteht aber meist erst ab dem 4. Monat. Nur bei den Nährstoffen Folat, Jod und Eisen wird eine deutlich erhöhte Zufuhrmenge schon vor bzw. ab Beginn der Schwangerschaft empfohlen [2].

Um trotz des nur gering erhöhten Energiebedarfs ausreichende Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen zuzuführen, sind in der Ernährung von Schwangeren Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte (Gehalt an essenziellen Nährstoffen im Verhältnis zum Energiegehalt) besonders erwünscht. In der Beratung ist es sinnvoll, den Aspekt „für zwei denken, aber nicht für zwei (nicht das Doppelte) essen“ hervorzuheben und den Energiemehrbedarf von etwa 10 % durch Lebensmittelbeispiele mit einer hohen Nährstoffdichte zu veranschaulichen.

Der um etwa 10 % erhöhte Energiebedarf gegen Ende der Schwangerschaft kann beispielsweise gedeckt werden durch

  • eine Scheibe Vollkornbrot (ohne Aufstrichfett) mit Schnittkäse (45 % Fett i.Tr.) plus eine Tomate (ca. 260 kcal),
  • oder einen Becher fettarmen Jogurt (1,5 % Fett) mit einer Handvoll Beeren und drei Esslöffeln Müsli (ca. 210 kcal),
  • oder einen Teller Gemüsesuppe mit Nudeln (ca. 40 g Trockengewicht) (ca. 250 kcal).

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Literatur

1. Butte NF. Energy requirements during pregnancy and consequences of deviations from requirement on fetal outcome. Nestle Nutr Workshop Ser Paediatr Program 2005;55:49-67; discussion -71

2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung. D-A-CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Neustadt an der Weinstraße. 1. Auflage, 4. korrigierter Nachdruck ed. Frankfurt am Main: Umschau/Braus; 2012

3. FAO/ WHO/UNU Expert Consultation. Human energy requirements: report of a joint FAO/ WHO/UNU Expert Consultation. Food Nutr Bull 2005;26:166

4. Food and Agriculture Organisation of the United Nations. Human energy requirements. [http://www.fao.org/docrep/007/y5686e/y5686e0a.htm#bm10.1] 2001 [updated 04.03.2011]

5. National Institute for Health and Clinical Excellence. Dietary interventions and physical activity interventions for weight management before, during and after pregnancy. London: National Institute for Health and Clinical Excellence; 2010

6. Prentice AM, Goldberg GR. Energy adaptations in human pregnancy: limits and long-term consequences. Am J Clin Nutr 2000;71:1226S-32S

7. Rasmussen KM, Abrams B, Bodnar LM, Butte NF, Catalano PM, Maria Siega-Riz A. Recommendations for weight gain during pregnancy in the context of the obesity epidemic. Obstet Gynecol 2010;116:1191-5 

8. Beyerlein A, Schiessl B, Lack N, von Kries R. Associations of gestational weight loss with birth-related outcome: a retrospective cohort study. BJOG 2011;118:55-61

9. Cantwell R, Clutton-Brock T, Cooper G et al. Saving Mothers' Lives: Reviewing maternal deaths to make motherhood safer: 2006-2008. The Eighth Report of the Confidential Enquiries into Maternal Deaths in the United Kingdom. BJOG 2011;118 Suppl 1:1-203

10. Catalano PM. Obesity, insulin resistance, and pregnancy outcome. Reproduction 2010;140:365-71