Bewegung stärkt Selbstvertrauen im Kleinkindalter

01.04.2014

Zeit für Bewegung ist knapp im Alltag von Familien in Deutschland. Auto, Fahrstuhl und die zahlreichen Beschäftigungen, die im Sitzen erfolgen, führen dazu, dass ausreichend Bewegung auch bei Kleinkindern nicht mehr selbstverständlich ist. Dabei bewegen sich die Kleinen noch aus purer Lust. Eltern sollten diesen Bewegungsdrang fördern und Bewegung bewusst und so viel wie möglich in den Alltag integrieren, rät das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums, in den neuen Handlungsempfehlungen für das Kleinkindalter. Damit werden nicht nur die körperlichen sondern auch die geistigen Fähigkeiten der Kinder gefördert und ihr Selbstvertrauen gestärkt.

Foto: © Kzenon / Fotolia.de

Eltern können die körperliche Aktivität ihrer Kinder vor allem unterstützen indem sie sie nicht einschränken und bewusst Räume zum Toben schaffen. Sowohl in der Wohnung sollte es genügend Zeit, Platz sowie vielfältige Anregungen für Bewegung geben, als auch draußen in der Natur. Am besten planen Eltern Bewegung gleich mit in den Alltag ein, zum Beispiel indem kurze Strecken immer zu Fuß, mit Laufrad oder Roller statt mit dem Auto zurückgelegt werden. Kinder brauchen aber auch andere Kinder. Gemeinsam entwickeln sie eigene Bewegungs- und Spielideen, das fördert zudem die motorische und soziale Entwicklung. Insgesamt empfehlen Experten für Kleinkinder mindestens anderthalb Stunden Bewegung pro Tag. „Ein Zuviel an Bewegung gibt es auf der anderen Seite nicht“, erklärt Prof. Christine Graf, Sportmedizinerin im Netzwerk Gesund ins Leben, „zumindest nicht, wenn Kinder selber wählen, was sie machen“.

Die Vorteile körperlicher Aktivität betreffen sowohl den Körperbau und die Bewegungsabläufe als auch die geistige Entwicklung des Kindes. Außerdem wirkt sich Bewegung schon in der frühen Kindheit positiv auf Knochengesundheit und Herz-Kreislauf- System aus. Aus Sorge vor Verletzungen sind Eltern manchmal übervorsichtig bei den Bewegungsexperimenten ihrer Kleinkinder, jedoch sind es mehr die motorisch Ungeübten, die häufiger von Unfällen betroffen sind. Deswegen sollten Eltern ihren Kindern die Chance geben, über komplexe Bewegungsabläufe wie Klettern, Ballspielen oder Rollerfahren den Umgang mit Gefahren und Risiken zu erlernen. Ein Kleinkind, das viel ausprobieren darf, wird zunehmend sicherer und geschickter, was ihm in schwierigen Situationen zu Gute kommt. Und nicht nur das: Kinder werden auch in ihrem Selbstvertrauen gestärkt, wenn sie selber und in ihrem eigenen Tempo neue Bewegungen lernen.

Die neuen Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter des Netzwerks Gesund ins Leben wurden im Rahmen des dritten Netzwerkkongresses am 3. Dezember 2013 in Berlin erstmals öffentlich vorgestellt. Die Handlungsempfehlungen können herunter geladen werden unter www.gesund-ins-leben.de. 

Über das Netzwerk Gesund ins Leben

Das Netzwerk Gesund ins Leben vereint die führenden Institutionen, Fachgesellschaften und Verbände zur praxisnahen Unterstützung junger Familien. Es ist ein Projekt des Nationalen Aktionsplans IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung (www.in-form.de) und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziell gefördert. Weitere Informationen: www.gesund- ins-leben.de

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Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten


Weitere Informationen

Handlungsempfehlungen Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter
(PDF | 3,2 MB)

Kongressrückblick


Weitere Pressemitteilungen zu den Handlungsempfehlungen

Gleiche Botschaften für ALLE – Ernährung und Bewegung für Kleinkinder
(PDF | 207 kb)

Regelmäßige Mahlzeiten schützen Kleinkinder vor Übergewicht
(PDF | 473 kb)

Familienessen ist für alle gut
(PDF | 475 kb)

Nahrungsmittelallergien im Kleinkindalter, viel seltener als Eltern vermuten
(PDF | 562 kb)


Kontakt

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Geschäftsstelle: Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie
Julia Bonfig
Heilsbachstraße 16
53123 Bonn
Tel.: 0228 8499-102; Fax: -177
E-mail: j.bonfig@aid-mail.de