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Brauchen Schwangere zusätzlich Folsäure?

Jährlich werden in Deutschland 700 bis 1000 Neuralrohrdefekte diagnostiziert [1]. Folat bzw. Folsäure spielen eine bedeutende Rolle in der Prävention dieser angeborenen kindlichen Fehlbildungen. Untersuchungen zeigen, dass die mittlere Folatzufuhr der Frauen in Deutschland im Mittel weit unter den Zufuhrempfehlungen liegt. Reicht es aus, sich ausgewogen zu ernähren und dabei gezielt folatreiche Lebensmittel auszuwählen, oder braucht jede Schwangere zusätzlich Folsäure?

Frage: Jährlich werden in Deutschland 700 bis 1000 Neuralrohrdefekte diagnostiziert [1]. Folat bzw. Folsäure spielen eine bedeutende Rolle in der Prävention dieser angeborenen kindlichen Fehlbildungen. Untersuchungen zeigen, dass die mittlere Folatzufuhr der Frauen in Deutschland im Mittel weit unter den Zufuhrempfehlungen liegt. Reicht es aus, sich ausgewogen zu ernähren und dabei gezielt folatreiche Lebensmittel auszuwählen, oder braucht jede Schwangere zusätzlich Folsäure?

Antwort: Eine gute Versorgung mit Folat ist für Schwangere besonders wichtig. Das Vitamin ist vor allem an der Teilung und Neubildung von Zellen beteiligt. Daher steigt in der Schwangerschaft die empfohlene Zufuhrmenge um 83 Prozent. Zusätzlich zu einer ausgewogenen, folatreichen Ernährung empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums, mindestens bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats täglich 400 µg Folsäure (synthetisch hergestellte Form des Vitamins) einzunehmen. Schon bei Kinderwunsch sollte täglich Folsäure zusätzlich eingenommen werden, um das Risiko für Neuralrohrdefekte zu senken [2]. Es kommt auf beides an: eine ausgewogene Ernährung mit folatreichen Lebensmitteln, wie Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten, sowie eine zusätzliche Einnahme von Folsäure als Supplement in den ersten Monaten. Die Gabe von Folsäure ergänzt die Folatzufuhr mit natürlichen Lebensmitteln. Sie ersetzt sie nicht.

Die ausführliche Antwort mit Literaturverweisen finden Sie hier

Andrea Fenner, Edinburgh, www.gesund-ins-leben.de

17.12.2015.

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