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Brauchen Schwangere zusätzlich Jod?

In der Rubrik „Nachgefragt“ möchten wir Irrtümern auf den Grund gehen und altes Wissen neu erklären.

Frage: Untersuchungen in Deutschland über Schilddrüsenveränderungen bei Schulkindern und Erwachsenen belegen, dass sich die Jodversorgung in den vergangenen Jahren zwar deutlich verbessert hat, aber noch suboptimal ist. In der deutschen Bevölkerung besteht ein Versorgungsdefizit von durchschnittlich etwa 60–80 μg Jod/Tag. Bei Schwangeren ist die Versorgungslücke sogar noch größer, da sie einen erhöhten Jodbedarf haben. Bereits eine milde Jodunterversorgung wirkt sich negativ auf die Entwicklung des Kindes aus. Braucht deshalb jede Schwangere zusätzlich Jod?

Antwort: Jod ist unter anderem wichtig für eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung des wachsenden Kindes. In der Schwangerschaft sollte daher auf eine ausreichende Jodzufuhr geachtet werden. Um eine gute Jodversorgung zu unterstützen, wird Schwangeren die Verwendung von jodiertem Speisesalz, der Verzehr von Meeresfisch zweimal pro Woche sowie der regelmäßige Verzehr von Milch und Milchprodukten empfohlen. Da auch bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl Schwangere in der Regel zu wenig Jod mit der Nahrung aufnehmen, sollen sie – um den Mehrbedarf zu decken – täglich zusätzlich ein Supplement mit 100 (–150) μg Jod einnehmen, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte zunächst eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Die ausführliche Antwort mit Literaturverweisen finden Sie hier.

In der Rubrik „Nachgefragt“ möchten wir Irrtümern auf den Grund gehen und altes Wissen neu erklären.

Andrea Fenner, Edinburgh www.gesund-ins-leben.de

10.02.2015

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