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Empfehlungen zur Gesundheit verglichen

In der Schwangerschaft und frühen Kindheit gibt es Unterschiede im Gesundheitsverhalten zwischen Familien mit und ohne Migrationshintergrund. Auch Angebote der Prävention und Gesundheitsförderung werden in unterschiedlichem Maß wahrgenommen. Ist dies auf unterschiedliche Empfehlungen zum gesunden Lebensstil zwischen Deutschland und dem jeweiligen Herkunftsland zurückzuführen?

In der Schwangerschaft und frühen Kindheit gibt es Unterschiede im Gesundheitsverhalten zwischen Familien mit und ohne Migrationshintergrund. Auch Angebote der Prävention und Gesundheitsförderung werden in unterschiedlichem Maß wahrgenommen. Ist dies auf unterschiedliche Empfehlungen zum gesunden Lebensstil zwischen Deutschland und dem jeweiligen Herkunftsland zurückzuführen?

Um diese Frage zu beantworten, hat Gesund ins Leben die Empfehlungen zu Ernährung und Bewegung in Schwangerschaft, Säuglings- und Kleinkindalter aus den Herkunftsländern der zahlenmäßig größten Gruppen an Migrantinnen und Migranten in Deutschland recherchiert (Türkei, Russland und stellvertretend für den arabischen Raum Marokko). Ergebnisse der Recherche wurden erstmals Mitte März beim Public Health-Kongress Armut und Gesundheit in Berlin vorgestellt. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung ist in Vorbereitung.

Ergebnisse

Inhaltlich unterscheiden sich die Empfehlungen zwischen den Ländern kaum, es gibt viele Gemeinsamkeiten, vor allem in Bezug auf die Förderung des Stillens. Auffällig ist, dass in Deutschland die Empfehlungen eher als Vorschläge im Sinne einer Orientierungshilfe formuliert sind. In den drei Vergleichsländern, vor allem in Russland, werden stellenweise direktivere Formulierungen gewählt. Gerade dort, wo wenig offizielle Empfehlungen vorliegen, spielen auch informelle Informationsquellen und die generationelle Weitergabe von Erfahrungen (insbesondere in ländlichen Räumen) eine entscheidende Rolle.

Anwendung

Aus den Recherchen lassen sich wertvolle Hinweise für die Ansprache und Zugangswege zu Familien mit Migrationshintergrund in Deutschland ableiten. So können beispielsweise die nationalen Empfehlungen zur Beikost oder zur Ernährung in der Schwangerschaft kultursensibel angepasst werden (u.a. über die Aufnahme landestypischer Lebensmittel). Auf diese Weise wird ein besseres Verständnis und eine Sensibilisierung für die Situation im Herkunfts- und Zielland gefördert – ohne dabei die individuelle Situation der Familien außer Acht zu lassen.

Poster vom Kongress Armut und Gesundheit mit Zusammenfassung der Recherche (PDF)

Fremdsprachiges Beratungsmaterial von Gesund ins Leben

Andrea Fenner, Edinburgh, www.gesund-ins-leben.de

30.03.2017

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