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Lebensmittelberatung für Schwangere senkt Risiko für Gestationsdiabetes

Persönliche Lebensstilberatungen während der Schwangerschaft können die Häufigkeit von Gestationsdiabetes bei Frauen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko um 39 Prozent senken. Zu diesem Schluss kommt eine finnische Interventionsstudie mit 293 Frauen, die Finnish Gestational Diabetes Prevention Study (RADIEL).

Persönliche Lebensstilberatungen während der Schwangerschaft können die Häufigkeit von Gestationsdiabetes bei Frauen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko um 39 Prozent senken. Zu diesem Schluss kommt eine finnische Interventionsstudie mit 293 Frauen, die Finnish Gestational Diabetes Prevention Study (RADIEL). Die Teilnehmerinnen hatten einen Body Mass-Index von über 30 kg/m2 oder bereits in einer früheren Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes entwickelt. Beides sind Risikofaktoren für die Stoffwechselentgleisung, die zu einem hohen Geburtsgewicht von Kindern und mehr Komplikationen bei der Geburt führen kann. Die Kinder bleiben zudem häufiger nach der Geburt übergewichtig und das Risiko, im späteren Leben Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln, ist für Mutter und Kind durch Gestationsdiabetes ebenfalls erhöht.

Studie

Die Hälfte der Frauen nahm an der regulären Schwangerschaftsvorsorge teil (mit schriftlichen Informationen über einen gesunden Lebensstil), die andere Hälfte bekam persönliche Lebensstilberatungen zu Ernährung und Bewegung. Die erste Beratung fand vor der 20. SSW statt (im Schnitt in der 13. SSW) mit einer speziell geschulten Krankenschwester, zwei weitere Gespräche folgten im weiteren Verlauf der Schwangerschaft. Zudem nahm jede Frau aus der Interventionsgruppe an einer Gruppensitzung mit einer Diätassistentin teil. Die Teilnehmerinnen wurden zudem angehalten, 150 Minuten Sport pro Woche zu treiben. Eine Trainerin unterstützte bei der Umsetzung, nahm Rücksicht auf Vorlieben und reagierte auf Probleme. Das Beratungskonzept war an die reguläre Schwangerenvorsorge angegliedert. Im Ergebnis entwickelten 13,9 Prozent der Frauen, die die persönliche Lebensstilberatung erhalten hatten, einen Gestationsdiabetes – in der Kontrollgruppe waren es 21,6 Prozent. Die Interventionsgruppe bewegte sich zudem mehr und zeigte ein günstigeres Ernährungsverhalten.

Bedeutung

Mit relativ geringem Aufwand konnte das Auftreten von Gestationsdiabetes bei Frauen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko gesenkt werden. Rund 40 Prozent der Schwangeren sind zum Zeitpunkt der ersten Vorsorgeuntersuchung übergewichtig oder adipös. Vor diesem Hintergrund unterstützen die Ergebnisse die Forderung, die reguläre Schwangerschaftsvorsorge um präventive Beratungen zur Ernährung und Bewegung zu erweitern.

Quelle: Koivusalo SB et al. Gestational Diabetes Mellitus Can Be Prevented by Lifestyle Intervention: The Finnish Gestational Diabetes Prevention Study (RADIEL): A Randomized Controlled Trial. Diabetes Care. 2015; doi: 10.2337/dc15-0511

Andrea Fenner, Edinburgh, www.gesund-ins-leben.de

13.10.2015

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