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Nationale Stillkomission initiiert internationalen Austausch

In Europa gibt es bei den nationalen Stillempfehlungen und deren Umsetzung in der Praxis teilweise große Unterschiede. Eine erste Auswertung der Nationalen Stillkommission zeigt, dass die jeweils empfohlene Stilldauer nicht erreicht wird:

In Europa gibt es bei den nationalen Stillempfehlungen und deren Umsetzung in der Praxis teilweise große Unterschiede. Eine erste Auswertung der Nationalen Stillkommission zeigt, dass die jeweils empfohlene Stilldauer nicht erreicht wird: Sind die Stillraten direkt nach der Geburt noch vergleichsweise hoch, so nehmen sie mit jedem Monat kontinuierlich ab. Dies belegen die Daten aus den Niederlanden: dort stillen ca. 80 Prozent der Frauen ihr Kind direkt nach der Geburt. Nach einem halben Jahr sind es nur knapp 40 Prozent – wobei diese Zahlen noch zu den höchsten Stillraten in Europa gehören. In Deutschland stillen z.B. nach sechs Monaten nur noch ca. 20 Prozent der Frauen ihr Kind ausschließlich.

Einen internationalen Austausch zu initiieren und auf dieser Grundlage gemeinsame Initiativen zu entwickeln, war das Ziel der 43. Sitzung der Nationalen Stillkommission, die dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) angegliedert ist.

Die Sitzung fand am 19. Oktober unter Beteiligung europäischer Expertinnen und Experten der Stillförderung im BfR in Berlin statt. Im Vorfeld der Sitzung wurden die Stillexpertinnen und -experten zu den landespezifischen Stillempfehlungen, zu Aktivitäten der Stillförderung, zu Regelungen hinsichtlich des Mutterschutzes bzw. der Elternzeit sowie zum Monitoring von Stillraten befragt. Neben Deutschland beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter aus der Schweiz, aus Spanien, Kroatien, Norwegen, Schweden und den Niederlanden an der Sitzung. Zudem lagen Daten aus Dänemark, Irland, Belgien und Italien vor.

Dieser Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene soll auch in einer gemeinsamen wissenschaftlichen Publikation der von der Nationalen Stillkommission gesammelten Befragungsdaten münden. Über zukünftige Aktivitäten im Zusammenhang mit der Stillförderung in Europa wird das Netzwerk Sie auf dem Laufenden halten.

Material von Gesund ins Leben zur Stillförderung

Flyer „Stillen – was sonst?“

Poster „Stillen – was sonst?“

Blick über den Tellerrand

Auch das Netzwerk Gesund ins Leben ist auf europäischer Ebene aktiv. Es vertritt Deutschland im EU-Projekt „Early Interventions“. Das Projekt will die Qualität von Maßnahmen verbessern, die in europäischen Ländern gesunde Ernährung und körperliche Aktivität bei Schwangeren und Familien mit Kleinkindern fördern.

www.gesund-ins-leben.de/Early-Interventions

Andrea Fenner, Edinburgh, www.gesund-ins-leben.de

17.12.2015

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