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Neue Erkenntnisse zu Gluteneinführung und Zöliakie-Risiko

Entgegen bisheriger Erkenntnisse senken kleine Mengen Nudeln bzw. andere Getreideprodukte aus Weizen im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei das Zöliakie-Risiko nicht. Gesund ins Leben hat die Unterlagen zu den Fortbildungen „Primäre Allergieprävention“ und „Ernährung von Säuglingen“ entsprechend angepasst.

Entgegen bisheriger Erkenntnisse senken kleine Mengen Nudeln bzw. andere Getreideprodukte aus Weizen im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei das Zöliakie-Risiko nicht. Gesund ins Leben hat die Unterlagen zu den Fortbildungen „Primäre Allergieprävention“ und „Ernährung von Säuglingen“ entsprechend angepasst.

Nach bisherigem wissenschaftlichem Kenntnisstand war die Einführung von Gluten zwischen dem Beginn des 5. und dem Beginn des 7. Lebensmonats, vorzugsweise wenn noch gestillt wird, mit einem geringeren Risiko für Zöliakie verbunden [1, 2, 3]. Die Zugabe von kleinen Mengen Nudeln bzw. anderen Getreideprodukten aus Weizen im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei wurde daher empfohlen. Im Jahr 2014 wurden jedoch Ergebnisse von zwei randomisierten Studien (Prevent-Coeliac-Disease-Studie und die Risk of Celiac Disease and Age at Gluten Introduction oder CELIPREV-Studie) veröffentlicht, die keinen Effekt einer gezielten Gabe von Gluten in den ersten Lebensmonaten auf die Entwicklung einer Zöliakie nachweisen konnten. An beiden Studien hatten Kinder mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko (mindestens ein Verwandter ersten Grades mit einer Zöliakie) teilgenommen. Die Mütter wurden angehalten zu stillen. In beiden Studien hatte der Zeitpunkt der ersten Glutenzufuhr (PreventCD-Studie: 100 mg Gluten oder Placebo zwischen der 16. und 24. Lebenswoche; CELIPREV-Studie: Glutenhaltige Nahrungsmittel ab dem 6. oder ab dem 12. Monat) keinen Einfluss auf die Häufigkeit einer späteren Zöliakie-Erkrankung im Alter von 3 bzw. 5 Jahren. Auch die Dauer des Stillens zeigte keinen Einfluss auf die Entwicklung dieser autoimmunen Darmerkrankung [4].

Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus 2015, die 21 Veröffentlichungen, darunter die beiden oben genannten Studien, einschließt, kommt zu dem Schluss, dass Stillen und der Zeitpunkt der Gluteneinführung das Risiko, Zöliakie in der Kindheit zu entwickeln, nicht beeinflusst [5]. Unabhängig von diesen neuen Erkenntnissen spricht nichts dagegen, im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei gelegentlich Kartoffeln durch Nudeln zu ersetzen.

Andrea Fenner, Edinburgh, www.gesund-ins-leben.de

13.08.2015

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