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Unterstützung der körperlichen Aktivität

Kind klettert, Mutter im Hintergrund
Kzenon / Fotolia.com

Empfehlungen

  • Eltern sollen die Bewegungserfahrungen von Kleinkindern auf folgende Weise aktiv unterstützen:
    • Sie bauen gemeinsam mit dem Kind Bewegung in den Alltag ein und geben gezielt vielfältige Bewegungsanreize.
    • Sie schaffen möglichst viel Zeit und sichere Räume für Bewegung des Kindes.
    • Sie ermöglichen Bewegungserfahrungen mit anderen Kindern.
    • Sie nutzen Familienangebote wie Eltern-Kind-Turnen und andere Bewegungsangebote für Kleinkinder.
  • Kinder sollen lernen, mit Gefahren und Risiken kompetent umzugehen. Eltern sollen daher selbst gewählte körperliche Aktivitäten des Kindes nicht unterbrechen, solange keine ernsthaften Gefahren drohen.

Hintergrund

Das Kleinkind braucht Möglichkeiten und Anregungen, um entsprechend seinem Entwicklungsstand motorische Fähigkeiten anzuwenden und Fertigkeiten zu entwickeln. Wann welche Bewegungsfertigkeiten erlernt werden, ist individuell jedoch sehr unterschiedlich und nur bedingt zu beeinflussen. So können manche Kinder schon mit 11 Monaten frei gehen, andere erst mit 16 Monaten [1]. Durch die zunehmende Technisierung in vielen Lebensbereichen ist reichliche Bewegung im Alltag nicht mehr selbstverständlich. Bewegung muss daher bewusst in den Alltag eingeplant werden. Die Förderung der körperlichen Aktivität findet auf den Ebenen der Verhaltens- und Verhältnisprävention statt [2].

Die einfachste Möglichkeit für mehr Bewegung im Familienalltag ist, kurze Wege gemeinsam mit dem Kind zu Fuß zu gehen oder es mit dem Laufrad oder Roller fahren zu lassen. Vor allem selbstständige Bewegungserfahrung (unstrukturierte Bewegung) ist erwünscht. Dabei tastet sich das Kleinkind an Bewegungsfertigkeiten „im eigenen Tempo“ heran, übt sie, bis sie zunehmend sicherer, besser kontrolliert, zielgerichteter, flüssiger und komplexer werden. Dieses eigenständige Ausprobieren, das Erfahren der eigenen Fähigkeiten, Grenzen und der Selbstwirksamkeit stärken das Selbstvertrauen und ein positives Selbstkonzept. Kinder brauchen aber auch andere Kinder. Gemeinsam werden eigene Bewegungs- und Spielideen entwickelt, neue Erfahrungen geteilt [3] sowie motorische und soziale Entwicklung gleichermaßen gefördert. Spontane, abwechslungsreiche Bewegungsanregungen (z. B. Bewegungsspiele, Bewegung mit Musik, mit Alltagsmaterialien oder der Entwicklung angemessene Spielsachen) werden den natürlichen Aktivitätsmustern von Kindern gerecht und bieten – genauso wie strukturierte Bewegungsangebote – Anreize für körperliche Aktivität.

Zu den Maßnahmen der Verhältnisprävention gehört beispielsweise, Zeit für Bewegung routinemäßig im Familienalltag, in der Tagespflege oder in Tageseinrichtungen einzuplanen. Räume – egal ob drinnen oder draußen – können so gestaltet werden, dass sie zur Bewegung anregen und diese möglichst wenig einschränken. Dabei sind Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Eltern haben oft Angst vor Verletzungen. Doch die zumeist kleinen Stürze sind i.d.R. harmlos. Außerdem brauchen Kinder die Chance, Kompetenz im Umgang mit Gefahren und Risiken zu entwickeln. Ein Kind, das sich häufig und vielfältig bewegen und neue Fertigkeiten erwerben kann, wird immer sicherer und geschickter [4]. Es lernt auch das Abstützen und das richtige Fallen. Im Kindergarten sind die meisten Unfälle auf motorisches Ungeübtsein zurückzuführen [5]. Eltern sollten daher ihr Kind möglichst viel allein ausprobieren lassen, aber es auch nicht in Positionen (z. B. Stehen, Gehen) bringen, die es selbst noch nicht erreichen kann. Spezielle Lauflernhilfen sind sogar gefährlich, denn Kleinkinder erreichen damit kurzzeitig hohe Geschwindigkeit (bis zu 10 km/h) und können sich schwer verletzen [6, 7].

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