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Einführung

Kind turnt
katrin_timoff / Fotolia.com

Präambel

Eine ausgewogene, altersgerechte Ernährung und reichlich Bewegung sind wichtig für die gesunde Entwicklung und das Wohlbefinden des Kleinkindes (1–3 Jahre). Gegen Ende des 1. Lebensjahres erhalten Kinder immer häufiger das normale Essen der Familie. Durch den Übergang von der Muttermilch (bzw. Säuglingsmilchnahrung) und Beikost im Säuglingsalter zur gemischten ausgewogenen Familienkost wird auch die Lebensmittelauswahl für das Kleinkind größer. Wenn Mutter und Kind dies wünschen, kann auch im 2. Lebensjahr weiterhin teilgestillt werden. Das Kind wird beim Essen und Trinken zunehmend selbstständiger und übernimmt dabei familiäre und kulturelle Gewohnheiten. Kleinkinder sollten bei diesem Übergang und dem Prozess des Essenlernens unterstützt werden, denn eine ausgewogene Ernährung trägt zur Gesundheit, genussvolles Essen zum Wohlbefinden bei.

Im Kleinkindalter differenzieren sich fein- und grobmotorische Fähigkeiten und Fertigkeiten besonders aus, und die Bewegungen werden zunehmend komplexer und gezielter. Bewegung fördert nicht nur die Gesundheit. Sie ist für junge Kinder ein wichtiges Mittel, Wissen über ihre Umwelt zu erwerben, ihre Umwelt zu „begreifen“, auf sie einzuwirken, Kenntnisse über sich selbst, ihre Fähigkeiten und ihren Körper zu erlangen und mit anderen Personen zu kommunizieren. Kleinkinder brauchen daher Zeit und eine Umgebungs- und Alltagsgestaltung, die Bewegung fördert.

Gewohnheiten, die im Kleinkindalter erworben wurden, wirken sich nicht nur kurzfristig aus, sie prägen auch wesentlich spätere Ess- und Bewegungsgewohnheiten bis ins Erwachsenenalter. Ein gesunder Lebensstil gilt als ein Schlüssel zur Vorbeugung von Übergewicht und ernährungsabhängigen Erkrankungen. Reichlich körperliche Aktivität, ein abwechslungsreiches, ausgewogenes Lebensmittelangebot und die Beachtung der Hunger- und Sättigungssignale, aber auch ausreichend Schlaf sowie wenig bis gar kein Konsum von Bildschirmmedien und wenig bis gar kein Kontakt mit Lebensmittelwerbung im Kleinkindalter tragen zu einer normalen Gewichtsentwicklung bei [1]. Solche Verhaltensweisen sind besonders wichtig in einer Gesellschaft, in der Lebensmittel fast überall und jederzeit zur Verfügung stehen, Bildschirmmedien den Alltag bestimmen und ausreichende körperliche Aktivität nicht mehr selbstverständlich ist.

Die Handlungsempfehlungen im Überblick

  1. Der Abschnitt Essen lernen macht deutlich, dass gemeinsame Mahlzeiten, die Beachtung der Hunger- und Sättigungssignale und die Erweiterung der Lebensmittelvielfalt für das Erlernen eines gesundheitsfördernden Essverhaltens wichtig sind und zeigt, wie Eltern dies unterstützen können.
  2. Der Abschnitt  Ernährung gibt Empfehlungen zur Gewichtung der Lebensmittelgruppen in einer ausgewogenen Ernährung, die den Energie- und Nährstoffbedarf des Kindes decken kann. Vorsichtsmaßnahmen bei der Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel schützen das Kleinkind vor Lebensmittelinfektionen.
  3. Der Abschnitt Nahrungsmittelunverträglichkeiten macht bewusst, dass eine Einschränkung der Lebensmittelauswahl einer ärztlich gesicherten Diagnose bedarf. Vorsorglich Lebensmittel auszuschließen, um einer Allergie vorzubeugen, kann nicht empfohlen werden.
  4. Der Abschnitt Körperliche Aktivität gibt Empfehlungen zu reichlich Bewegung im Alltag und Spiel, die für die Entwicklung des Kleinkindes elementar ist, sowie zur Begrenzung von Inaktivität. Auch ausreichend Schlaf sowie der Wechsel von Ruhe und Aktivität tragen zu einer gesunden Entwicklung bei.

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Literatur

[1] Institute of Medicine; Committee on Obesity Prevention Policies for Young Children (2011) Early childhood obesity prevention policies. National Academies Press, Washington DC