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Stillen und arbeiten gehen ist kein Widerspruch. Denn durch Abpumpen oder Handgewinnung kann Muttermilch gesammelt und aufbewahrt werden, bis sie gebraucht wird. So kannst du alleine unterwegs sein, auch in Ausbildung und Beruf.

Eine Mutter hält ihr Kleinkind auf dem Arm. Das Kind gibt der Mutter einen Kuss.
iStock.com/Sladic

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, um Muttermilch zu gewinnen: Mit der Hand, einer Handpumpe oder einer elektrischen Pumpe. Bewährt hat sich in der Praxis für gelegentliches Abpumpen, oder wenn du nur kleinere Mengen Muttermilch benötigst, die Gewinnung per Hand oder mithilfe einer Handpumpe. Probier am besten aus, womit du dich am wohlsten fühlst.

Entscheidest du dich für eine Pumpe, können Hebammen und Stillberater*innen bei der Auswahl der Pumpe, des passenden Trichteraufsatzes und bei der richtigen Anwendung unterstützen, damit die Milch wirkungsvoll gewonnen und deine Brustwarze nicht verletzt wird.

Bei häufigem Abpumpen, z. B. während Ausbildung oder Berufstätigkeit, oder wenn das Kind in der Betreuung ist, kann eine elektrische Pumpe sinnvoll sein. Sie ist von den drei Möglichkeiten allerdings auch die kostspieligste.

Wenn Kinder- und Jugendärzt*innen oder Frauenärzt*innen eine elektrische Pumpe aus medizinischen Gründen verordnen, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Apotheken und Sanitätshäuser verleihen elektrische Milchpumpen (auch ohne Rezept). 

So klappt das Abpumpen und Sammeln von Muttermilch

Nimm dir Zeit und mach es dir bequem, wie beim Stillen. Bevor es losgeht, wäschst du deine Hände und Fingernägel gründlich mit Wasser und Seife. Zum Abtrocknen nimmst du entweder ein Papierhandtuch oder verwendest täglich ein frisches Handtuch. Deine Brust und Brustwarzen musst du nicht speziell reinigen. 

Bei dem Ausstreichen der Brust per Hand massierst du zu Beginn deine Brust. Danach legst du Daumen und Zeigefinger gegenüber etwa zwei Finger breit von der Brustwarze entfernt und drückst die Finger in Richtung Brustkorb, ohne die Finger zu spreizen. Dann führst du die Finger vom Brustkorb weg zusammen, ohne auf der Haut zu verschieben. Löse den Druck dabei. Diesen Bewegungsablauf rhythmisch wiederholen, bis der Milchfluss an der Stelle weniger wird. Dann setzt du Daumen und Finger an eine neue Stelle um die Brustwarze und machst dort weiter. Hebammen und Stillberater*innen können dir beim Erlernen behilflich sein. Hier kannst du dir eine Anleitung auf Englisch anschauen.

Möchtest du eine Pumpe verwenden, lass dir Zeit, um dich daran zu gewöhnen. Stell sicher, dass das Pumpzubehör und die Behälter zum Auffangen bzw. Aufbewahren der Milch jedes Mal sauber gespült sind. Falls möglich, pumpst du die Milch gleich in das Gefäß ab, in dem du es auch aufbewahren willst, um Verunreinigungen beim Umschütten zu vermeiden. 

Setze einen gut passenden Pumpaufsatz mittig auf die Brustwarzenregion auf (und schalte bei einer elektrischen Pumpe das Gerät ein). Beginne mit einem niedrigen Vakuum bei hoher Frequenz. Das imitiert das leichte, schnelle Saugen des Säuglings nach dem Anlegen. Sobald die Milch fließt (das siehst und spürst du), kannst du die Saugfrequenz verringern und das Vakuum erhöhen, um effektiv Milch zu gewinnen. Stelle das Vakuum dabei so ein, dass es sich für dich angenehm anfühlt. 

Nach jedem Gebrauch Pumpset und Behälter wieder mit Spülmittel und heißem Wasser oder in der Spülmaschine reinigen. Danach unter fließendem Wasser abspülen, um alle Spülmittelreste abzuwaschen.   

Häufige Fragen zum Umgang mit Muttermilch

Worin kann ich Muttermilch aufbewahren?

Kunststoffflaschen in Lebensmittelqualität sind gut geeignet. Achte darauf, dass sie frei von Bisphenol A und S sind (deklariert als BPA-frei). Auch Glasflaschen kannst du verwenden. Da Milch sich beim Einfrieren ausdehnt, lass einen kleinen Luftraum von etwa zwei bis drei Zentimetern. Es gibt außerdem spezielle Muttermilchbeutel. Diese sparen Platz im Tiefkühlschrank, können aber nur einmal verwendet und müssen dann weggeworfen werden.

Tipp: Am besten beschriftest du die Behälter mit einem Datum, so behältst du den Überblick. Wenn du die Muttermilch mit in die Kita nehmen möchtest, schreibst zu zusätzlich deinen Namen auf das Etikett.

Wie portioniere ich die Muttermilch?

Wenn du dein Baby sonst stillst und einen Vorrat anlegen möchtest, ist es sinnvoll, über den Tag verteilt jeweils kleinere Mengen abzupumpen. Am besten füllst du die Milch in den geschätzten mahlzeitgerechten Portionen ab. Am besten frierst du zusätzlich kleinere Portionen als Vorrat ein, falls der Hunger doch etwas größer ist. Wie viel Muttermilch ein Säugling während einer Stillmahlzeit trinkt, ist je nach Alter und Trinkfreudigkeit unterschiedlich. Hier hilft ausprobieren.

Wie kann ich abgepumpte Milch aufbewahren und transportieren?

Nach dem Abpumpen muss die Milch sofort gekühlt werden. Am schnellsten geht das unter kaltem fließendem Wasser. So entziehst du der Milch die Körperwärme. Die Milchflaschen oder Beutel gehören in den kältesten Bereich des Kühlschrankes, am besten an der rückwärtigen Wand, nahe dem Kühlaggregat, um die Milch vor Temperaturschwankungen zu schützen. Die Kühlschranktür ist für die Aufbewahrung ungeeignet.

Brauchst du die abgepumpte Muttermilch erst nach drei oder mehr Tagen, solltest du sie einfrieren (bei mindestens minus 18 °C oder in einem ****-Gerät oder  Fach). So kannst du Muttermilch 6 Monate aufbewahren (bis zu 12 Monate sind akzeptabel) .  

Tipp: Gekühlte flüssige Milch kannst du bereits gefrorener Milch hinzugeben, um nach und nach eine ganze Trinkportion in einem Behälter zu sammeln. Wichtig: Stelle die Flasche danach sofort wieder in den Tiefkühlschrank. 

Im Überblick

  • Frische Muttermilch hält sich im Kühlschrank bei 4 bis 6 °C für 4 Tage.
  • Ist keine Kühlmöglichkeit vorhanden, kann Muttermilch 4 bis 6 Stunden bei Raumtemperatur (15  bis 25 °C) stehen, muss dann allerdings umgehend verfüttert werden.
  • Ist absehbar, dass die Muttermilch nicht innerhalb von 3 Tagen verbraucht wird, die Milch direkt einfrieren. Bei -18 °C oder kälter kann sie 6 (bis 12 Monate) Monate gelagert werden.
  • Wichtig ist eine durchgehende Kühlung! Für den Transport nutze beispielsweise eine Kühlbox mit Akkus.

Wie man Muttermilch auftaut und richtig erwärmt

Gefrorene Muttermilch taust du schonend und langsam über 12 Stunden im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur auf. Wenn es schneller gehen muss, kannst du die Muttermilch unter fließendem handwarmem Wasser auftauen. Danach kannst du sie direkt füttern. 

Manche Kinder trinken Muttermilch kühl oder auf Zimmertemperatur. Wenn dein Kind die gewohnte Körperwärme bevorzugt, kannst du die Milch schonend unter fließendem warmem Wasser aufwärmen. Achtung: Eine Mikrowelle ist nicht geeignet, weder zum Auftauen noch zum Erwärmen, da sonst wertvolle Inhaltsstoffe der Muttermilch zerstört werden könnten oder Bakterien sich beim Auftauen in der Mikrowelle vermehren könnten 

Du hast Milch aufgetaut und brauchst sie doch nicht?

Kein Problem, aufgetaute Muttermilch kannst du für 2 Tage im Kühlschrank bei 4 bis 6 °C aufbewahren. Sie darf nicht wieder eingefroren werden. Reste einer Muttermilchmahlzeit kannst du maximal 2 Stunden aufbewahren.

Zugewandtes Füttern

Durch körperliche Nähe und Zuwendung kann beim Füttern die Bindung zum Kind gefördert werden. Die Person, die das Baby füttert, kann wie beim Stillen auf seine Signale rund um Hunger, Sättigung und Nähe eingehen und es beim Essen unterstützen. Je nach Alter und Vorlieben des Säuglings bieten sich hierfür unterschiedliche Fütterungsmethoden an. Für etwas ältere Babys eignet sich zum Beispiel auch das Füttern mit einem Becher. 

Folgende Tipps können helfen, für dich und dein Kind eine gute Position zu finden:

  • Wähle einen ruhigen Ort mit angenehmer Atmosphäre. 
  • Halte das Baby in leicht aufrechter Position in deinem Arm, vielleicht habt ihr sogar Hautkontakt. Sein Kopf liegt in deiner Ellenbeuge und ihr könnt euch ansehen. Die Hände des Kindes sind frei. Stütze deinen Arm ab, beispielsweise auf der Armlehne eines Stuhls oder auf der Sofaecke. 
  • Wechsele während des Fütterns den Arm, damit das Baby abwechselnd im linken und im rechten Arm liegt. Wie beim Stillen trägt das beim Kind zur Körperstimulation bei und fördert Vernetzungen in seinem Gehirn. 

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