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So wird Deutschland stillfreundlich

Knapp zwei Jahre hat die Kommission des Forschungsvorhabens Becoming Breastfeeding Friendly (BBF) in Deutschland intensiv recherchiert, analysiert und Empfehlungen abgeleitet. Jetzt liegt erstmals eine systematische Bestandsaufnahme zur Stillförderung im Land vor.

Baby auf Fachkonferenz
BLE, Ingo Heine

Deutschland ist moderat stillfreundlich. Das zeigt der BBF-Gesamtscore von 1,7 (auf einer Skala von 0 „keine Stillförderung“ bis 3 „sehr gute Stillförderung“). Knapp zwei Jahre hat die Kommission des Forschungsvorhabens Becoming Breastfeeding Friendly (BBF) in Deutschland intensiv recherchiert, analysiert und Empfehlungen abgeleitet. Jetzt liegt erstmals eine systematische Bestandsaufnahme zur Stillförderung im Land vor. Der Blick ins Detail lohnt sich. Denn erst wenn alle Handlungsfelder funktionieren, drehen sie sich reibungslos wie Zahnräder in einem Uhrwerk. Die Stillförderung hat dann optimale Bedingungen und die Stillraten können steigen.

Die Gesetzgebung und Finanzierung wichtiger Maßnahmen der Stillförderung wie Mutterschutzgesetz und Elterngeld gehören insgesamt zu den Stärken der Stillförderung, sind aber noch optimierbar. Besonders schwach schneidet Deutschland in den Handlungsfeldern Werbung sowie Forschung & Evaluation ab. Aber auch die Bereiche Anwaltschaft/öffentliche Fürsprache, Politischer Wille, Bildung & Stillberatung, Zielsetzung & Koordination bieten mit mittleren Bewertungen noch „Luft nach oben“. Die Ergebnisse hat die BBF-Kommission in acht konkrete Empfehlungen zusammengeführt:

Empfehlungen zur Stillförderung in Deutschland

  • Eine nationale Strategie zur Stillförderung in Deutschland entwickeln.
  • Eine gemeinsame Kommunikationsstrategie für die Stillförderung entwickeln und umsetzen.
  • Standards evidenzbasierter Stillförderung und -beratung implementieren.
  • Lehrinhalte zum Thema Stillen in der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten und einschlägigen Gesundheitsfachberufen vereinheitlichen, soweit dies in den jeweiligen Ausbildungen bereits verankert ist. Aufgaben- und kompetenzbasierte Fort- und Weiterbildung in Stillförderung und -beratung für Ärztinnen und Ärzten, einschlägige Gesundheitsfachberufe und weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sicherstellen.
  • Durch Vernetzung aller Akteurinnen und Akteure vor Ort einen niedrigschwelligen Zugang zu evidenzbasierter Stillberatung und -unterstützung ermöglichen.
  • Vereinbarkeit von Stillen und Beruf, Studium sowie Ausbildung fördern und hierzu adressatengerecht informieren.
  • Regelungen und Praxis zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten prüfen, dokumentieren und hierzu informieren.
  • Ein systematisches Stillmonitoring für Deutschland etablieren.

BBF wird auf Initiative des Bundesernährungsministeriums vom Netzwerk Gesund ins Leben und der Nationalen Stillkommission gemeinsam mit der Yale School of Public Health durchgeführt.

Ergebnisse zum Download

Faktenblatt – kompakte Zusammenfassung von Hintergrund, Vorgehen, Ergebnissen und Empfehlungen des Forschungsvorhabens

www.gesund-ins-leben.de/_data/files/bbf_faktenblatt_ergebnisse.pdf

Empfehlungen der BBF-Expert*innenkommission – ausführliche Darstellung

www.gesund-ins-leben.de/_data/files/bbf_empfehlungen.pdf

Weiteres Material zu BBF

www.gesund-ins-leben.de/inhalt/material-31072.html

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