Meldung des Netzwerks Gesund ins Leben. Bonn, 04.03.2026.
Stillende Mütter sind flexibler in ihrem Alltag, wenn sie Muttermilch abpumpen und einen Vorrat anlegen. Sind sie von ihrem Baby getrennt, kann weiter Muttermilch gefüttert werden. Was beim Abpumpen zu beachten ist, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben.
Es gibt viele gute Gründe, warum eine stillende Mutter zeitweise nicht stillen kann: Weil sie unterwegs oder erwerbstätig ist, Medikamente einnehmen muss oder gerade einfach nicht kann. Mit einem Vorrat an Muttermilch können diese Zeiten überbrückt werden. Zudem kann die Milchbildung durch Abpumpen gefördert werden.
Für gelegentliches Abpumpen und die Gewinnung kleiner Mengen hat sich das Ausstreichen per Hand oder die Hand-Milchpumpe bewährt. Eine elektrische Pumpe ist bei häufigem Abpumpen sowie zum Aufbau der Milchbildung sinnvoll. Elektrische Milchpumpen und ihr Zubehör verleihen Apotheken und Sanitätshäuser, mit und ohne Rezept.
Egal ob die Muttermilch per Hand oder Pumpe gewonnen wird, es braucht etwas Zeit und Übung. Unterstützung bieten Hebammen und Stillberaterinnen, sei es bei der Auswahl des passenden Trichteraufsatzes und Anwendung der Milch-Pumpe oder der Aufbewahrung und Fütterung der Muttermilch.
Das ist wichtig beim Abpumpen von Muttermilch:
- Hygiene zählt: Hände und Fingernägel gründlich mit Wasser und Seife waschen. Zum Abtrocknen eignen sich Papierhandtücher oder ein Handtuch, das täglich gewechselt wird. Brust und Brustwarzen müssen nicht speziell gereinigt werden.
- Vorbereitung: Pumpzubehör und Behälter zum Auffangen bzw. Aufbewahren der Milch sauber gespült bereitstellen. Möglichst direkt in das Gefäß abpumpen, in dem die Milch aufbewahrt wird: So werden Verunreinigungen beim Umfüllen vermieden.
- So funktioniert's: Den passenden Pumpaufsatz mittig auf die Brustwarzenregion setzen und die Pumpe gemäß der Gebrauchsanweisung des Herstellers bedienen. Bei der elektrischen Pumpe mit einem niedrigen Vakuum bei hoher Frequenz beginnen. Sobald die Milch fließt, die Saugfrequenz verringern und das Vakuum erhöhen – so wird schneller, mehr Milch gewonnen. Welche Einstellung am besten passt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Hier lohnt es sich, auszuprobieren, wie es am besten funktioniert.
- Nach dem Abpumpen säubern: Nach jedem Gebrauch Pumpset und Behälter mit Spülmittel und heißem Wasser reinigen. Danach unter fließendem Wasser abspülen und alle Spülmittelreste abwaschen. Mit einem Papierhandtuch oder an der Luft trocknen lassen. Alternativ in der Spülmaschine bei mind. 65 °C spülen.
- Mindesttemperatur 65 °C: Eine heißere Reinigung als 65 °C ist möglich, aber nicht nötig. Jedoch sollte nicht kälter als 65 °C gespült werden.
Das Netzwerk Gesund ins Leben informiert auch darüber, wie abgepumpte Muttermilch portioniert, aufbewahrt und transportiert wird, was beim Auftauen und Erwärmen zu beachten ist und wie Muttermilch gefüttert wird.
Weitere Informationen:
Artikel: Muttermilch abpumpen, aufbewahren und füttern
Artikel: Alles für die Stillzeit
Video: Ausstreichen von Muttermilch (englisch)
Hintergrund:
Das Netzwerk Gesund ins Leben ist ein Zusammenschluss von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden zur Förderung der frühkindlichen Gesundheit – von der Zeit vor der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter. Alle Akteure dieses Netzwerks unterstützen Familien beim gesunden Aufwachsen ihrer Kinder. Basis dafür sind die fachlich gesicherten, konsentierten Handlungsempfehlungen.
Das Netzwerk stellt Informationen für Fachkreise, Familien und Presse zur Verfügung: Auf der Webseite, auf Instagram, per Newsletter, durch Fortbildungen, auf Veranstaltungen und in Informationsmaterialien. Darüber hinaus wirkt das Netzwerk auf strukturelle Rahmenbedingungen ein, um Familien und Multiplikator*innen im Alltag zu unterstützen.
Das Netzwerk Gesund ins Leben ist Teil des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
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Bild: Milchpumpen stehen vor einem liegenden Baby.
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