In der Muttermilch ist genauso viel Alkohol enthalten wie im Blut der stillenden Mutter. Im Körper des Babys wird Alkohol nur langsam abgebaut, weil seine Leber noch nicht ausgereift ist. Wenn Stillende auf Alkohol verzichten, kann das ihrem Baby helfen, einen besseren Schlaf-Wach-Rhythmus zu entwickeln. Denn Alkohol in der Muttermilch kann den Schlaf der Babys stören. Außerdem kann Alkohol bei der Mutter die Milchbildung hemmen oder verzögern.
Wenn Stillende im Ausnahmefall ein Glas Sekt oder Ähnliches trinken möchten, sollten sie ihr Baby vorher stillen. Außerdem sollten sie bis zur nächsten Stillmahlzeit mindestens 1 bis 2 Stunden Abstand einplanen, damit der größte Teil des Alkohols abgebaut ist.
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Babys wollen eine rauchfreie Umgebung
Über die Muttermilch nehmen Babys hohe Mengen an Nikotin und anderen schädlichen Inhaltsstoffen aus Zigaretten auf. Daneben kann in der Stillzeit die Milchbildung hemmen und die Zusammensetzung der Muttermilch beeinträchtigen. Außerdem erhöht Rauchen das Risiko für Atemwegserkrankungen und Allergien beim Kind. Viele Eltern entscheiden sich deshalb dazu, für ihr Kind mit dem Rauchen aufzuhören. Es gibt viel Unterstützung für diesen Schritt, vor Ort oder online.
Wenn Kinder dabei sind, sollte niemand rauchen. Auch icht in Räumen, in denen sich ein Baby (später) aufhält. Denn selbst nach dem Lüften hält die Belastung durch Schadstoffe aus dem Tabakrauch noch an.
Trotz der Belastung wird auch Raucherinnen geraten, ihr Kind nach den Empfehlungen zu stillen (also mindestens bis zum Beginn des 5. Lebensmonats ausschließlich und weiter, während das Baby Beikost kennenlernt). Denn Stillen hat viele Vorteile für die Entwicklung Ihres Babys. Jede Zigarette, die Sie nicht rauchen, ist ein Gewinn für Ihr Baby. Während des Stillens entlasten Sie Ihr Kind gleich doppelt, wenn Sie Tabakrauch meiden: Ihr Kind kann Muttermilch und Atemluft ohne Schadstoffe genießen.
Unterstützung von Vätern und Partnerinnen und Partnern:
Auf Alkohol und Nikotin zu verzichten, kann schwer sein – vor allem, wenn um einen herum getrunken oder geraucht wird. Der stillenden Mutter kann der Verzicht leichter fallen, wenn auch ihr Umfeld nicht raucht oder trinkt. In der Gegenwart des Kindes sollten auch andere nicht rauchen.
Wenn Stillende nicht vollständig auf das Rauchen verzichten können, ist es besser nicht vor dem Stillen zu rauchen, sondern höchstens eine Zigarette nach einer Stillmahlzeit. Damit kann die Belastung der Muttermilch bis zum nächsten Stillen wieder etwas zurückgehen. Trotz der Belastung wird auch Raucherinnen geraten, ihr Kind gemäß den Empfehlungen zu stillen. Denn das Kind hat viele Vorteile für die Entwicklung des Babys und die Gesundheit der Mutter.
Medikamente mit Ärztin oder Arzt abstimmen
Die meisten Medikamente sind kein Hindernis fürs Stillen. Einige gehen aber in die Muttermilch über und können dem Kind schaden. Das gilt sowohl für verschreibungspflichtige als auch für nicht verschreibungspflichtige Medikamente. Wer erkrankt ist, kann sich ärztlichen Rat darüber holen, was während der Stillzeit zu beachten ist und welche Alternativen es gibt. Denn bei richtiger Auswahl kann meist ohne Unterbrechung weitergestillt werden.