Diese Infos gibt es auch in Einfacher Sprache.
Für Stillende gibt es eine einfache Empfehlung, die auch für jede andere Lebensphase gilt: Essen und trinken Sie abwechslungsreich und ausgewogen. So sieht das in der Praxis aus:
- Regelmäßig Essen – Wenn Stillende regelmäßig und ausgewogen essen, sorgen sie für einen kontinuierlichen Nachschub an Energie und Nährstoffen und die Muttermilch hat die optimale Zusammensetzung für Ihr Baby.
- Viel trinken über den Tag verteilt – zum Beispiel ein Glas Wasser zu jeder Stillmahlzeit. Besonders geeignet sind Getränke ohne Kalorien wie Wasser und ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee oder großzügig verdünnter Saft.
- Bei pflanzlichen Lebensmitteln zugreifen – am besten bunt bei Gemüse, Salat und Obst; Vollkorn bei Brot, Getreide und Beilagen wie Nudeln und Reis.
- Bei tierischen Lebensmitteln auf die Menge achten – fettarme Milch und Milchprodukte, wie Käse, fettarmes Fleisch und fettarme Wurst bevorzugen. Dazu kommen wenige Eier sowie fettreicher und fettarmer Fisch.
- Fette sparsam verwenden –auf die Qualität achten, bevorzugt pflanzliche Fette wählen.
- Omega-3-Fettsäuren im Blick behalten – 2-mal pro Woche Fisch, davon mindestens 1-mal fettreicher Meeresfisch wie Hering, Makrele, Sardine oder Lachs, trägt zur Versorgung mit der Omega-3-Fettsäure DHA bei. Wer nicht regelmäßig Fisch isst, kann z.B. Kapseln mit 200 mg DHA am Tag nehmen.
- Süßigkeiten und salzige, fettreiche Snacks gelegentlich und in Maßen genießen – notwendig sind sie für eine ausgewogene Ernährung nicht.
- Jodsalz und Jodtabletten: zum Kochen und Backen am besten mit Jod angereichertes Kochsalz verwenden. Zusätzlich Tabletten mit 100 Mikrogramm Jod pro Tag einnehmen.
Abwechslung statt Verzicht
Es ist zum Vorbeugen von Allergien nicht sinnvoll und notwendig, auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, auch nicht zum Vermeiden von Blähungen oder einem wunden Po beim Baby. Die meisten Mütter können alles essen, was sie möchten, ohne dass ihr Kind empfindlich reagiert.
Hülsenfrüchte in der Stillzeit
Hast du das auch schon mal gehört? Du sollst deinem Baby zuliebe auf Hülsenfrüchte verzichten, während du stillst? Die Sorge, dass dein Baby deine Milch dann nicht mehr verträgt, ist meistens unbegründet. Hier weiterlesen…
Generell gilt: je vielseitiger die Ernährung, desto leichter ist es, alle nötigen Nährstoffe zu bekommen. Abwechslung ist auch ein gutes Geschmackstraining für das Baby, denn was die Mutter isst, findet sich in kleinsten Mengen in der Muttermilch wieder. So lernt das Baby bereits früh unterschiedliche Geschmacksstoffe kennen, die aus Lebensmitteln der mütterlichen Ernährung in die Muttermilch übergehen.
Auch eine vegetarische Ernährung mit Verzehr von Milch(-produkten) und Eiern (ovolaktovegetarisch) kann bei gezielter Lebensmittelauswahl den Nährstoffbedarf der Stillenden decken. Eine rein pflanzliche Ernährung der stillenden Mutter birgt ernsthafte gesundheitliche Risiken – insbesondere für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems. Daher sind bei einer veganen Ernährung immer eine spezielle medizinische Beratung und die Einnahme von Mikronährstoffsupplementen notwendig.
Gibt es milchbildende oder milchhemmende Lebensmittel?
Pflanzenbestandteilen wie Fenchelsamen, Bockshornklee oder Inhaltsstoffen aus sogenannten „Milchbildungstees“ wird im Volksmund nachgesagt, die Milchbildung zu fördern. Wissenschaftliche Studien, die das belegen, gibt es jedoch nicht. Möglicherweise haben „Milchbildungstees“ einen Placeboeffekt oder erhöhen lediglich die Flüssigkeitsaufnahme. Stillenden Frauen wird empfohlen, regelmäßig zu trinken. Dass eine Flüssigkeitsaufnahme über den Bedarf hinaus die Milchbildung steigert, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Auch, nicht, dass Bier die Milchbildung fördert. Möglicherweise verringert bzw. verzögert Alkohol sogar den Milchspendereflex.
Nicht selten wird Stillenden geraten, auf Pfefferminze und Salbei zu verzichten, weil sie die Milchbildung hemmen würden. Das ist wissenschaftlich jedoch nicht zuverlässig zu bewerten.
Gut belegt hingegen ist, dass häufiges Stillen in den ersten Tagen nach der Geburt hilft, die Milchbildung aufzubauen. Stillen nach Bedarf und effektives Trinken des Babys fördern die Bildung von reichlich Muttermilch. Wenn Stillende das Gefühl haben, die Milch reiche nicht, können sie Hebammen oder qualifizierte Stillberater*innen um Rat fragen.