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Eine Frau hält ein Baby im Arm und füttert es mit einem Flässchen.
iStock.com/Marco VDM

Meldung des Netzwerks Gesund ins Leben. Bonn, 08.04.2026.

Wird ein Baby nicht oder nur teilweise gestillt, wird es mit Flaschennahrung gefüttert. Die Auswahl auf dem Markt ist sehr groß, das kann verunsichern. Was Eltern wissen sollten.

Bonn, 08. April 2026. Kann oder möchte eine Mutter ihr Baby nicht oder nicht voll stillen, füttert sie Flaschennahrung. Diese wird industriell hergestellt und ist von verschiedenen Anbietern erhältlich*. Ein Blick ins Supermarkt-Regal oder die Online-Shops kann jedoch schnell überfordern: Die Auswahl ist riesig und die Produktbezeichnungen vielfältig. Wichtig zu wissen ist, dass es in Deutschland zunächst einmal zwei Arten von Flaschennahrung gibt: Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen.

  • Säuglingsanfangsnahrung eignet sich für das gesamte erste Lebensjahr und kann anstelle von Muttermilch als alleinige Nahrung gegeben sowie nach Einführung der Beikost weiter gefüttert werden. Innerhalb dieser Produktgruppe gibt es „Pre-“ und „1-Nahrungen“. Erstere enthalten, wie Muttermilch, nur Laktose als Kohlenhydrat. Letztere beinhalten zusätzlich weitere Kohlenhydrate, meistens Stärke. Dadurch sind sie oft dickflüssiger.
  • Folgenahrung eignet sich erst ab sechs Monaten, wenn das Baby schon Beikost bekommt. Sie ist meist mit den Zahlen „2“ oder „3“ gekennzeichnet. Diese Nahrungen enthalten mehr Eisen als Säuglingsanfangsnahrungen, was dem im zweiten Lebenshalbjahr steigenden Eisenbedarf des Babys entgegenkommt. Das kann aber auch durch die Beikost erreicht werden. Entsprechend ist ein Wechsel von Säuglingsanfangs- auf Folgenahrung nicht zwingend notwendig.

Für Säuglinge mit besonderen Bedürfnissen gibt es außerdem Spezialnahrungen. Gründe können z. B. diagnostizierte Allergien oder eine Spuckneigung sein. Spezialnahrungen sollten nur nach Rücksprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt gegeben werden. Auch Flaschenmilch auf Sojaproteinbasis kann medizinisch sinnvoll sein, z. B. bei angeborenem Laktasemangel. Sie sollte jedoch nicht ohne gesundheitliche Gründe als Teil einer kuhmilchfreien oder veganen Ernährung anstelle der klassischen Flaschennahrung gegeben werden.

Die Hersteller haben zudem Nahrungen auf Basis von hydrolysiertem Protein im Sortiment. Eine allergievorbeugende Wirkung dieser HA-Nahrungen (Hydrolisierte Anfangsnahrung) ist bislang nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Entsprechend können Eltern, die ihr Kind nicht mit Muttermilch ernähren, es mit jeder Säuglingsanfangsnahrung füttern. Bei nachgewiesener Kuhmilcheiweißallergie eignen sich HA-Nahrungen nicht.

Weitere Informationen:

Artikel: Fläschchen fürs Baby zubereiten

Broschüre: Das beste Essen für Babys

Artikel: Braucht mein Baby HA-Nahrung?

*Eltern sollen Flaschennahrung nie selbst herstellen, sondern immer das Industrieprodukt kaufen. Die Nahrung wird nach strengen Kriterien hergestellt und kontrolliert. Sie hat unabhängig von Marke oder Preis eine gesetzlich festgelegte Zusammensetzung an Nährstoffen. Diese ausgewogene Mischung lässt sich bei eigener Herstellung nicht erreichen.

Hintergrund:

Das Netzwerk Gesund ins Leben ist ein Zusammenschluss von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden zur Förderung der frühkindlichen Gesundheit – von der Zeit vor der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter. Alle Akteurinnen und Akteure dieses Netzwerks unterstützen Familien beim gesunden Aufwachsen ihrer Kinder. Basis dafür sind die fachlich gesicherten, konsentierten Handlungsempfehlungen.

Das Netzwerk stellt Informationen für Fachkreise, Familien und Presse zur Verfügung: Auf der Website, auf Instagram, per Newsletter, durch Fortbildungen, auf Veranstaltungen und in Informationsmaterialien. Darüber hinaus wirkt das Netzwerk auf strukturelle Rahmenbedingungen ein, um Familien und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Alltag zu unterstützen.

Das Netzwerk Gesund ins Leben ist Teil des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).

 

Für Redaktionen: Bildmaterial zur kostenfreien Veröffentlichung

Rechtlicher Hinweis: Die angebotene Grafik steht unter einer Creative-Commons-Lizenz. Sie können sie unter Angabe der Quelle in Ihren Veröffentlichungen zum Thema Säuglingsernährung nutzen.

Bild: Grafik “Mann füttert Baby”

Copyright: BLE / Netzwerk Gesund ins Leben, Illustration: Shia Illustration, Bonn; CC BY-NC-ND 4.0

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