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Frau stillt und hält die Hand ihres Babys
stock.adobe.com/Анастасия Стягайло

Meldung des Netzwerks Gesund ins Leben. Bonn, 24.02.2026.

Reifgeborene Kinder sollten in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich oder überwiegend gestillt werden, und die Gesamtstilldauer soll mindestens zwölf Monate betragen. Zu diesen Empfehlungen kommt die neue Leitlinie „Stilldauer und Intervention zur Stillförderung“.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat am 20. Februar 2026 den ersten Teil der S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“ veröffentlicht. Herausgeber sind die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaften.

Die Teilveröffentlichung behandelt zwei Fragestellungen zur Stilldauer: 

„Gibt es gesundheitliche positive oder negative Effekte für Kinder und Mütter, wenn entsprechend der WHO-Stillempfehlung (sechs Monate ausschließlich stillen) oder sechs Monate überwiegend gestillt wird? Wie sind im Vergleich zu einer kürzeren Stilldauer bzw. Nicht-Stillen die Ergebnisse bezogen auf verschiedene Gesundheitsoutcomes?“

„Gibt es gesundheitliche positive oder negative Effekte für Kinder und Mütter, wenn mindestens zwölf Monate gestillt wird (Gesamtstilldauer, unabhängig von der Stillintensität)? Wie sind im Vergleich zu einer kürzeren Gesamtstilldauer bzw. Nicht-Stillen die Ergebnisse bezogen auf verschiedene Gesundheitsoutcomes?“

Nach Prüfung der wissenschaftlichen Datenlage und der Analyse, welche Auswirkungen das Stillen auf verschiedene Faktoren hat, gibt die Leitlinien folgende evidenzbasierte Public-Health-Empfehlungen:

  1. „Reifgeborene Kinder sollten bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden."
  2. „Die Gesamtstilldauer für reifgeborene Kinder soll mindestens 12 Monate betragen."

Die Leitlinie steht ab sofort auf der AWMF-Website (Registernummer: 027 - 072) frei zur Verfügung. Sie richtet sich insbesondere an medizinische Fachkräfte, Hebammen, Pflegefachkräfte sowie alle Angehörigen von Berufsgruppen, die reifgeborene Säuglinge und deren Mütter vor und nach der Geburt betreuen sowie Schwangere und Stillende und deren soziales Umfeld. Eine Aktualisierung der Langfassung und des Leitlinienreports, die die beiden weiteren Fragestellungen zu Interventionen zur Stillförderung enthält, wird folgen.

Weitere Informationen:

S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung

 

Auskunft zur Leitlinie erteilen die Geschäftsstellen der federführenden Fachgesellschaften:

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.
Chausseestraße 128–129
10115 Berlin
Tel.: +49 (0)30 30877790-14
E-Mail: presse@dgkj.de

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V.
Geschäftsstelle
Jägerstraße 58–60
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 514883340
E-Mail: leitlinien@dggg.de

Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V.
Geschäftsstelle
Im Neuen Lande 12 b
31228 Peine
E-Mail: leitlinien@dghwi.de

Hintergrund:

Das Netzwerk Gesund ins Leben ist ein Zusammenschluss von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden zur Förderung der frühkindlichen Gesundheit – von der Zeit vor der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter. Alle Akteure dieses Netzwerks unterstützen Familien beim gesunden Aufwachsen ihrer Kinder. Basis dafür sind die fachlich gesicherten, konsentierten Handlungsempfehlungen.

Das Netzwerk stellt Informationen für Fachkreise, Familien und Presse zur Verfügung: Auf der Webseite, auf Instagram, per Newsletter, durch Fortbildungen, auf Veranstaltungen und in Informationsmaterialien. Darüber hinaus wirkt das Netzwerk auf strukturelle Rahmenbedingungen ein, um Familien und Multiplikator*innen im Alltag zu unterstützen.

Das Netzwerk Gesund ins Leben ist Teil des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).

 

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Kontakt

Referentin Gudrun Kinzel

Telefon: 0228 6845-2729

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