Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Kind horcht an Schwangerenbauch
Jonas Glaubitz/Fotolia.com

In den ersten 1 000 Tagen im Leben eines Kindes, von der Schwangerschaft bis zum zweiten Geburtstag, werden wesentliche Weichen für ein gesundes späteres Leben gestellt. Neben der Schwangerschaft spielt hier zusätzlich die Zeit vor der Schwangerschaft, die präkonzeptionelle Phase, eine wichtige Rolle [1–3]. Diese gesamte sensible Lebensphase prägt die Gesundheit des Kindes nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig, beispielsweise im Hinblick auf das spätere Auftreten von nicht übertragbaren Krankheiten, zum Teil bis in das Jugend- und Erwachsenenalter hinein [4–6].

Für eine gesunde Entwicklung des Ungeborenen sollten bestmögliche Bedingungen geschaffen werden. Eine Über- oder Unterversorgung des ungeborenen Kindes mit Energie und Nährstoffen, der Konsum gesundheitsschädlicher Substanzen wie Nikotin oder Alkohol sowie mütterliche Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus oder Adipositas) können sich auf entwicklungsbiologische Programmierungsprozesse auswirken, die strukturelle und funktionelle Veränderungen in Genen, Zellen, Geweben und Organen auslösen können [2, 7, 8].

Auch für die Schwangere selbst ist die Schwangerschaft eine besondere Lebensphase. Zahlreiche Veränderungen auf der physischen, psychologischen und emotionalen Ebene prägen die Schwangerschaft und die langfristige Gesundheit der Mutter [9].

Vor diesem Hintergrund ist die Unterstützung einer gesunden Lebensweise zum Zeitpunkt des Kinderwunsches und während der Schwangerschaft ein wichtiger Baustein der Prävention und Gesundheitsförderung. Hinzu kommt, dass viele Frauen bzw. Paare in der Schwangerschaft offen dafür sind, ihr Gesundheitsverhalten zu überdenken und ihre Lebensweise zu verändern [9]. Dies kann nachhaltig zu einer Stärkung der Gesundheitskompetenz beitragen.

Das Nationale Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“ betont ebenfalls die Bedeutung der Schwangerschaft für eine gesunde Entwicklung und ein gesundes Aufwachsen von Kindern [10]. Neben gesunden Ernährungs- und Verhaltensweisen kommen dabei auch gesundheitsförderlichen Lebenswelten und Rahmenbedingungen eine besondere Rolle zu. Hierunter fällt auch die Forderung nach unabhängigen und evidenzbasierten Informationen für Eltern. Mit den inzwischen in der Fachöffentlichkeit anerkannten und etablierten Handlungsempfehlungen [11, 12] des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben liegen diese Informationen nun in aktualisierter Form vor. Sie bieten allen Berufsgruppen mit Kontakt zu Frauen und Paaren mit Kinderwunsch sowie zu Schwangeren, werdenden Eltern und Familien eine Grundlage für ihre Arbeit.

/

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Titelbild Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft
2026, Thieme

Kostenfrei

Broschüre Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft

Die Handlungsempfehlungen fassen wichtige Botschaften zu Ernährung, Bewegung und weiteren Gesundheitsaspekten in den Phasen der Präkonzeption und der Schwangerschaft zusammen. Die Empfehlungen werden von den für Deutschland relevanten wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbänden unterstützt.

 bestellen oder herunterladen

Literatur

[1] Hanson MA, Bardsley A, De-Regil LM et al. The International Federation of Gynecology and Obstetrics (FIGO) recommendations on adolescent, preconception, and maternal nutrition: "Think Nutrition First". Int J Gynaecol Obstet 2015; 131 Suppl 4: S213-53; DOI: 10.1016/S0020-7292(15)30034-5

[2] Koletzko B, Godfrey KM, Poston L et al. Nutrition During Pregnancy, Lactation and Early Childhood and its Implications for Maternal and Long-Term Child Health: The Early Nutrition Project Recommendations. Ann Nutr Metab 2019; 74: 93–106; DOI: 10.1159/000496471

[3] Stephenson J, Heslehurst N, Hall J et al. Before the beginning: nutrition and lifestyle in the preconception period and its importance for future health. Lancet 2018; 391: 1830–1841; DOI: 10.1016/S0140-6736(18)30311-8

[4] Herman DR, Taylor Baer M, Adams E et al. Life Course Perspective: evidence for the role of nutrition. Matern Child Health J 2014; 18: 450–461; DOI: 10.1007/s10995-013-1280-3

[5] Hoffman DJ, Reynolds RM, Hardy DB. Developmental origins of health and disease: current knowledge and potential mechanisms. Nutr Rev 2017; 75: 951–970; DOI: 10.1093/nutrit/nux053

[6] Godfrey KM, Barker DJ. Fetal nutrition and adult disease. Am J Clin Nutr 2000; 71: 1344S-52S; DOI: 10.1093/ajcn/71.5.1344s

[7] Robert Koch-Institut. AdiMon-Themenblatt: Schwangerschaft. Berlin; 2020

[8] Brands B, Koletzko B. Geburtshilfe. Metabolische Programmierung - Einfluss früher ernährungsbedingter Faktoren auf spätere Gesundheit und Krankheitsrisiko. Geburtshilfe Frauenheilkd 2011; 71: 151–153; DOI: 10.1055/s-0030-1270916

[9] Geene R, Thyen U, Quilling E et al. Familiäre Gesundheitsförderung. Präv Gesundheitsf 2016; 11: 222–229; DOI: 10.1007/s11553-016-0560-3

[10] Bundesministerium für Gesundheit. Nationales Gesundheitsziel Gesundheit rund um die Geburt. gesundheitsziele.de - Kooperationsverbund zur Weiterentwicklung des nationalen Gesundheitszieleprozesses. Berlin; 2017

[11] Hett A, Smollich M. Sources of dietary recommendations and adherence to clinical guidelines in pregnant women in Germany. BMC Pregnancy Childbirth 2025; 25: 1072; DOI: 10.1186/s12884-025-08228-1

[12] Mössinger J, Kopp L, Podszun M. C. Evaluating the limits of AI-based nutritional advice for pregnant women from ChatGPT and Gemini. ErnahrungsUmschau 2025; 72: AP 66-75; DOI: 10.4455/eu.2025.051