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Einleitung

Frau, Mann, Baby
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In den für den Einfluss von Umgebungsfaktoren besonders sensiblen Lebensphasen Schwangerschaft, Säuglings- und Kleinkindalter werden Weichen für die langfristige Gesundheit des Kindes gestellt. Ernährung und Bewegung sind in der Schwangerschaft sowie im Säuglings- und Kleinkindalter von großer Bedeutung für die Gesundheit von Mutter und Kind. Das rasche Wachstum und die Entwicklung eines Kindes im 1. Lebensjahr stellen besondere Anforderungen an seine Ernährung. Wichtig sind dabei eine ausreichende Energie und Nährstoffversorgung, aber auch die Lebensmittelauswahl und -zubereitung sowie ihre Darreichungsform. Auch eine stillende Mutter sollte auf eine ausgewogene Ernährung achten, u. a., weil sich ihre Nährstoffversorgung auf ihr Wohlbefinden und auf die Zusammensetzung der Muttermilch auswirken kann.

Aktualisierte Auflage 2016

Die 2010 erstmals erschienenen bundesweiten Handlungsempfehlungen zur Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter von Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie haben das Ziel, Eltern und Fachkräften zuverlässige Informationen und Sicherheit bei Fragen zu Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen zu geben. Die Empfehlungen wurden von den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats – Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen und relevanter Fachinstitutionen – gemeinsam erarbeitet und im Konsens verabschiedet. Um sicherzustellen, dass die zuletzt 2013 erschienenen Empfehlungen weiterhin dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand entsprechen, wurden sie überprüft und liegen hier in einer aktualisierten und erweiterten Fassung vor.

Erweitert wurden die Empfehlungen zu Säuglingsernährung und Ernährung der stillenden Mutter um Handlungsempfehlungen zum Essenlernen und zur Bewegungsförderung. Ausreichende Bewegung ist für die gesunde Entwicklung des Säuglings förderlich, und auch die stillende Mutter profitiert von einem körperlich aktiven Lebensstil. Durch die Empfehlungen zum Essenlernen wird verdeutlicht, wie Eltern ihr Kind unterstützen können, ein gesundheitsförderndes Essverhalten zu entwickeln. Dazu gehört, das Kind bei den Mahlzeiten zu begleiten und auf seine Signale einzugehen. Zeiten des Stillens, Fütterns und des gemeinsamen Essens am Tisch können genauso wie gemeinsame Spiel- und Bewegungszeiten die Bindung zwischen Eltern und Kind stärken.

Die Empfehlungen sollen dazu beitragen, die Gesundheit von Säuglingen kurz und langfristig zu fördern, das Allergierisiko zu reduzieren und eine ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung in Familien früh zur Gewohnheit werden zu lassen. Sie können auch späteres Ernährungs- und Bewegungsverhalten positiv beeinflussen und damit langfristig Übergewicht und ernährungsabhängigen Krankheiten vorbeugen. Stillende Mütter sollen durch die Empfehlungen zu einer ausgewogenen Ernährung und ausreichenden Bewegung angeregt werden.

Entwicklung und Wachstum des Säuglings werden im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen beurteilt. Kinder- und Jugendärztinnen/Kinder- und Jugendärzte, Hebammen/Entbindungspfleger, Stillberaterinnen/Stillberater sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe sind Ansprechpartner bei Fragen zu Gesundheit, Ernährung und Entwicklung des Kindes.

Einheitliche Botschaften zur Befähigung von Eltern

Die vorliegenden Handlungsempfehlungen werden unterstützt von den Berufsverbänden der Frauenärzte, Hebammen und Kinder- und Jugendärzte (Berufsverband der Frauenärzte e.V. [BVF], Deutscher Hebammenverband e.V. [DHV], Berufsverband der Kinderund Jugendärzte e.V. [BVKJ]) sowie den wissenschaftlichen Fachgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG).

Die Handlungsempfehlungen sollen Fachkräften in der Beratung helfen und Eltern verlässliche Informationen zu Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Müttern an die Hand geben. Fachkräfte sollen Eltern ihre Vorbildrolle und Verantwortung bewusst machen, ohne sie dabei unter Druck zu setzen. Vielmehr sollten die Eltern befähigt werden, ihre eigenen Möglichkeiten und Ressourcen zu nutzen und praktikable Wege zur Umsetzung der Empfehlungen zu erkennen, zu nutzen und eigenständige Entscheidungen zu treffen.

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