Empfehlungen
- Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere sollten sitzende Tätigkeiten begrenzen, regelmäßig unterbrechen und durch körperliche Aktivität ersetzen.
- Zu Fuß gehen und Radfahren sind einfache Möglichkeiten, um Inaktivität zu begrenzen, Bewegung in den Alltag zu integrieren und gleichzeitig die Umwelt und das Klima zu schützen.
Grundlagen der Empfehlungen
Grundlage der Empfehlungen ist die WHO-Guideline „Physical Activity and Sedentary Behaviour“ [316], die konkrete Empfehlungen zur Begrenzung von Inaktivität in Form von sitzendem Verhalten vor und während der Schwangerschaft gibt. Die „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ [317] thematisieren ebenfalls inaktives Verhalten und sprechen sich für dessen Einschränkung aus.
Es gibt ausreichend Hinweise darauf, dass körperliche Aktivität auch auf die planetare Gesundheit wirkt [342]. Aktiver Transport (Radfahren, zu Fuß gehen) hilft diese zu schützen, weil dadurch u. a. fossile Treibhausgasemissionen vermieden werden, die allein durch die Nutzung des Pkw beträchtlich sind [343]. Zu Fuß gehen und Radfahren sind somit wichtige klimaschützende Fortbewegungsmittel und tragen laut WHO gleichzeitig zu regelmäßiger Bewegung im Alltag bei [344].
Hintergrundinformationen
Sitzendes Verhalten („sedentary behaviour“) wird als die Zeit definiert, die im Wachzustand mit geringem Energieverbrauch im Sitzen oder Liegen verbracht wird – und zwar im Kontext von beruflichen, bildungsbezogenen, häuslichen und gesellschaftlichen Situationen sowie beim Transport [316].
Die moderne Umwelt hat zur Zunahme einer Lebensweise geführt, die durch sitzendes Verhalten geprägt ist [345]. Ein höherer Anteil sitzender Tätigkeiten ist mit negativen gesundheitlichen Folgen verbunden: bei Erwachsenen etwa mit einer erhöhten Gesamtmortalität, einer erhöhten Mortalität aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sowie mit dem Auftreten dieser Erkrankungen und Typ-2-Diabetes im Allgemeinen [316].
Die verfügbare Evidenz macht es schwierig, Schlussfolgerungen über die Auswirkungen eines hohen Anteils sitzenden Verhaltens während der Schwangerschaft auf spezifische schwangerschaftsbezogene Outcomes zu ziehen [334]. Es gibt jedoch Hinweise, dass längeres Sitzen in der Schwangerschaft das Risiko für pränatale und postnatale Depression und Schwangerschaftsdiabetes erhöht. Ein Zusammenhang mit Schwangerschaftshypertonie oder Präeklampsie konnte nicht belegt werden [346].