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Muttermilch fördert auf unterschiedlichste Weise die Gesundheit von Mutter und Kind. Welchen Einfluss das Stillen auf das Auftreten bestimmter Krankheiten hat, stellt das Netzwerk Gesund ins Leben in zwei neuen Grafiken dar. Hier gibt es mehr Hintergrundinfos.

Eine Frau hält ein Baby im Arm, eine andere Frau lächelt dieses an.
adobe.stock.com/Westend61

Die Schutzwirkungen des Stillens zu kennen, kann Eltern bei der Entscheidung über die Ernährungsweise ihres Kindes helfen. In vielen Studien wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Auftreten verschiedenerverbreiteter Erkrankungen und der Frage, ob und wie lange eine Frau gestillt hat. Als gut belegt gilt ein Zusammenhang unter anderem dann, wenn 

  • eine Erkrankung bei Frauen mit Stillerfahrung unabhängig von anderen Einflussfaktoren wie beispielsweise dem Bildungsstand oder dem Rauchverhalten nachweisbar seltener auftritt,
  • mehrere Studien übereinstimmend einen schützenden Einfluss zeigen,
  • der Einfluss mit zunehmender Stilldauer stärker ausgeprägt ist. 

Verschiedene Ursachen werden für diese Schutzwirkungen diskutiert, beim Kind z. B. stärkende Antikörper aus der Muttermilch für den Immunschutz sowie motorische Gründe, etwa dass das Saugen für eine bessere Belüftung des Mittelohrs sorgt [1], oder bei der Mutter die Fähigkeit einzelner Inhaltsstoffe der Muttermilch, Tumorzellen abzutöten, sowie Einflüsse auf den Stoffwechsel [2].

Wie vielseitig Stillen die Gesundheit von Frauen stärkt

Frauen profitieren gesundheitlich auf verschiedene Weise vom Stillen: Sie haben in der Stillzeit ein geringeres Risiko, an Wochenbett-Depressionen zu erkranken (Grafik 1) [2-3]. Ebenso verbleibt bei ihnen nach der Geburt weniger zusätzliches Gewicht aus der Schwangerschaft [3]. 

Im späteren Leben erkranken Frauen, die gestillt haben, seltener an Brust- oder Eierstockkrebs [3-4]. Sie leiden seltener an Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck [2-3, 5] oder dem sogenannten Metabolischen Syndrom [2-3], einer Kombination von Übergewicht, Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen. Auch Typ-2-Diabetes [3-5] – eine Erkrankung des Zuckerstoffwechsels – oder Osteoporose [3], eine Erkrankung des Knochenstoffwechsels, treten seltener auf. 

Auch Kinder profitieren gesundheitlich

Säuglinge haben während der Stillzeit ein geringeres Risiko für verschiedene Infektionskrankheiten wie Atemwegsinfekte [1, 5], Durchfallerkrankungen [3, 5] oder Mittelohrentzündungen [1; 3] (Grafik 2). Auch das Risiko für den plötzlichen Kindstod ist geringer [1]. Dieser ist inzwischen sehr selten – im Jahr 2024 starben 83 Säuglinge in Deutschland daran [6]. 

Langfristig treten bei gestillten Kindern bestimmte Erkrankungen seltener auf. Dazu zählen etwa die chronische Atemwegserkrankung Asthma [3] und die Stoffwechselerkrankung Typ-1-Diabetes [3]. Bisher wenig bekannt ist, dass auch neuroentwicklungsbezogene Besonderheiten wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) [3] und Autismus [3] seltener sind. 

 

Die Grafiken vermitteln im Überblick, dass Stillen vor einer Vielzahl verschiedener Erkrankungen bei Mutter und Kind schützen kann. Die Bandbreite reicht weit, von Infektionen und neuroentwicklungsbezogenen Besonderheiten beim Kind über Stoffwechsel- und Herzkreislauferkrankungen bis hin zu Krebs bei der Mutter. Dabei greifen unterschiedliche Wirkmechanismen.

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Quellen zu den Krankheitsrisiken bei Müttern

  • Wochenbett-Depressionen [2, S. 986; 3, S. 188 ff.]
  • Gewichtsverbleib nach der Geburt [3, S. 165 ff.]
  • Brustkrebs [3, S. 194 ff.; 4; S436]
  • Eierstockkrebs [3, S. 207 ff.; 4, S436]
  • Bluthochdruck [2, S. 988; 3; S. 181 ff.; 5, S. 21]
  • Metabolisches Syndrom [2, S. 988; 3; S. 172 ff.]
  • Typ-2-Diabetes [3, S. 176 ff.; 4, S436; 5, S. 20]
  • Osteoporose [3, S. 185 ff.]

Quellen zu den Krankheitsrisiken bei Kindern

  • Atemwegsinfekte [1, S. 946; 5, S. 19]
  • Durchfallerkrankungen [3, S. 23 ff.; 5, S. 19]
  • Mittelohrentzündungen [1, S. 946; 3, S. 17 ff.]
  • Plötzlicher Kindstod [1, S. 947]
  • Asthma [3, S. 33 ff.]
  • ADHS [3, S. 147 ff.]
  • Autismus [3, S. 151 ff.]
  • Typ-1-Diabetes [3, S. 127 ff.]

Literatur

[1] Rouw, E., von Gartzen, A. & Weißenborn, A. Bedeutung des Stillens für das Kind. Bundesgesundheitsbl 61, 945–951 (2018). https://doi.org/10.1007/s00103-018-2773-4

[2] Abou-Dakn, M. Gesundheitliche Auswirkungen des Stillens auf die Mutter. Bundesgesundheitsbl 61, 986–989 (2018). https://doi.org/10.1007/s00103-018-2776-1 

[3] Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi). (2026). S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung (AWMF-Registernummer: 027-072). Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Abgerufen am 02.09.2026, verfügbar unter https://register.awmf.org/assets/guidelines/027-072l_S3_Stilldauer-Interventionen-zur-Stillfoerderung_2026-02.pdf 

[4] Abou-Dakn M, Abou-Omar K, Alaze-Hagemann F et al. Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen 2024. Teilaktualisierte Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben. Monatsschr Kinderheilkd 2024, 172, doi.org/10.1007/s00112-024-02014-7, verfügbar unter https://www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkreise/bestens-unterstuetzt-durchs-1-lebensjahr/handlungsempfehlungen/ 

[5] Netzwerk Gesund ins Leben / BLE (Hrsg.): Fenner A, Hennecke J et al. Basiswissen Stillen. Eltern praxisnah informieren und begleiten. Bonn: BLE, 2023, verfügbar unter https://www.gesund-ins-leben.de/netzwerk-gesund-ins-leben/kommunikation-zur-stillfoerderung/basiswissen-stillen/ 

[6] Statista GmbH, Anzahl der plötzlichen Kindstode in Deutschland im Zeitraum von 1980 bis 2023. Zugriffsdatum: 1.9.2026, verfügbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1260562/umfrage/ploetzliche-kindstode-in-deutschland/ 

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