Für die Aktualisierung der Handlungsempfehlungen wurden in einem ersten Schritt thematisch relevante Empfehlungen von nationalen und internationalen Fachinstitutionen sowie Leitlinien recherchiert und auf ihre Aktualität geprüft. In einem zweiten Schritt wurden in PubMed und der Cochrane Library systematische Literaturrecherchen auf aggregierter Ebene durchgeführt. Gesucht wurden zwischen Mitte 2017 und 2024 publizierte systematische Reviews mit und ohne Meta-Analysen. Zur Einschätzung der gegenwärtigen Evidenzlage wurden diese ermittelten Studien in Evidenztabellen aufbereitet und durch die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats des Netzwerks Gesund ins Leben bewertet. Für das Thema „Körpergewicht vor der Konzeption und Gewichtsentwicklung in der Schwangerschaft“ wurden darüber hinaus einschlägige Originalarbeiten recherchiert, da die Suche auf aggregierter Ebene für die Beantwortung der Fragestellung nicht zielführend war. Auf dieser Grundlage wurden die vorliegenden Handlungsempfehlungen vom wissenschaftlichen Beirat erarbeitet und im Konsent1 verabschiedet.
Das methodische Vorgehen lehnt sich an die Methodik in Leitlinienprozessen an, jedoch wurde keine formale Evidenzbewertung, z. B. nach GRADE, durchgeführt. Die formulierten Kernaussagen entsprechen dem Evidenzniveau einer Expertenempfehlung unter besonderer Berücksichtigung aggregierter Evidenzquellen. Die Formulierungsweise ist ebenfalls an Leitlinien angelehnt.
- Dabei weist „soll“ auf eine starke, „sollte“ auf eine mäßig starke und „kann“ auf eine offene Empfehlung hin.
- Der Abschnitt „Grundlagen der Empfehlungen“ macht die Herleitung der Empfehlungen transparent.
- Die „Hintergrundinformationen“ liefern weitere relevante Aspekte zur Einordnung der Empfehlungen.
Um dem Risiko einer potenziellen Einflussnahme durch Dritte zu begegnen, wurde ein geregeltes und transparentes Vorgehen im Umgang mit Interessenkonflikten durchgeführt. Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats legen in regelmäßigen Abständen ihre Beziehungen zu Unternehmen der Gesundheitswirtschaft (z. B. Pharmaindustrie, Medizinprodukteindustrie, Hersteller von Mund- und Zahnpflegeprodukten), der Ernährungs- oder der Sportwirtschaft offen. Im Fokus der Bewertung stehen direkte finanzielle Interessen.
Grundlegend für die Bewertung dieser Angaben ist ihr thematischer Bezug zu den Handlungsempfehlungen und den Zielgruppen des Netzwerks Gesund ins Leben. Je nach Umfang und Art der Interessen erfolgt eine Zuordnung zu einem hohen, moderaten oder geringen Interessenkonflikt, die im Aktualisierungsprozess entsprechend berücksichtigt werden (siehe gesund-ins-leben.de/umgang-mit-interessenkonflikten). Die Angaben der Beiratsmitglieder wurden für die einzelnen Lebensphasen Schwangerschaft, Säuglingsalter und Kleinkindalter getrennt geprüft. Angaben zu Interessenkonflikten für diesen Aktualisierungsprozess finden sich im entsprechenden Abschnitt unter „Interessenkonflikt“.
1 Konsens- und Konsentprozesse werden bei Entscheidungsfindungen in Gruppen eingesetzt. Während der Konsensprozess auf eine aktive Zustimmung aller Beteiligten zu einer Lösung möglichst ohne (verdeckte oder offene) Widersprüche abzielt, geht es bei Konsentprozessen vielmehr um die Sichtbarmachung von aktiver Ablehnung der Lösung. Gefunden wird dann eine Lösung, gegen die keine „schwerwiegenden Einwände“ bestehen und die alle Beteiligten mittragen können. Solche Einwände müssen berechtigt und somit eindeutig begründet werden, um Berücksichtigung zu finden. Vereinfacht gesprochen: Beim Konsens ist eine Entscheidung getroffen, wenn alle dafür sind – beim Konsent ist eine Entscheidung getroffen, wenn niemand dagegen ist und sie alle mittragen können.