Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Schon in der Schwangerschaft können sich werdende Eltern über das Stillen informieren und von einem Stillprofi beraten lassen. Denn das Stillen klappt besser, wenn sie wissen, was sie erwartet. Dabei gilt: Jede Familie ist anders, deshalb gibt es auch in der Babyernährung viele Wege.

Hebamme mit Schwangerer
Monkey Business/Fotolia.com

Die Ernährung des Babys ist für werdende Eltern ein großes Thema, zu dem viele Fragen auftauchen können, besonders weil es damit gleich ab der Geburt losgeht. Die gute Nachricht: Schon in der Schwangerschaft können Stillprofis beraten, wie das Stillen ab dem ersten Anlegen abläuft und wie man sich gut darauf vorbereiten kann. Unser Tipp ist, sie schon früh anzusprechen. Das geht schon ab dem vierten Schwangerschaftsmonat. 

Stillprofis: Wer kann zum Stillen beraten?

  • Hebammen beantworten Fragen rund ums Stillen und helfen beim Stillstart – auch zu Hause. Sie bereiten werdende Mütter auf die Geburt vor, begleiten sie während der Geburt und kommen zur Nachsorge. Alle gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Hebammenhilfe.
  • Speziell weitergebildete Still- und Laktationsberatende unterstützen rund ums Stillen auch schon vor der Geburt und danach bei Stillproblemen.
  • Frauenärztinnen und Frauenärzte können übers Stillen informieren und außerdem Kurse zur Geburts- und Stillvorbereitung empfehlen.

Mehr Infos über Hebammenhilfe und Stillberatung gibt es hier. Dort gibt es auch Infos, wo es Stillgruppen gibt oder welche Möglichkeiten es für eine telefonische oder Online-Beratung gibt.

Wissenswertes: Der Körper bereitet sich aufs Stillen vor

Der Körper einer schwangeren Frau stellt sich von selbst auf das Stillen ein: Hormone sorgen dafür, dass sich die Brust schon in der Schwangerschaft verändert. Etwa ab der 16. Schwangerschaftswoche kann die Brust Milch bilden. Ein Teil des Gewichtes, das die werdende Mutter zunimmt, ist eine Energiereserve für das Stillen.

Auch das Baby übt schon vor der Geburt: Es lutscht und saugt am Daumen und trinkt Fruchtwasser. Bei der Geburt sind Mutter und Kind also startklar.

Stillen: Wie oft und wie lange? 

Im ersten halben Jahr braucht ein Baby nur Muttermilch. Wie lange insgesamt gestillt wird, bestimmen Mutter und Kind. Gut zu wissen: Auch teilweises Stillen und einzelne Muttermilch-Mahlzeiten sind wertvoll für Mutter und Baby. Wenn nicht oder teilweise gestillt wird, erhält das Kind (zusätzlich) Flaschennahrung.

Wie oft das Baby trinken möchte, ist ganz unterschiedlich und kann auch phasenweise mal mehr oder weniger sein. Wenn das Baby trinken darf, sobald und solange es möchte, passt sich die Milchmenge in der gesamten Stillzeit dem Bedarf des Kindes an. Je mehr Milch getrunken wird, umso mehr Milch wird gebildet. Wird weniger getrunken, geht die Milchmenge zurück. Wer unsicher ist oder andere Fragen zum Stillen hat, kann eine Hebamme oder qualifizierte Stillberaterin um Rat fragen.

Es gibt nur wenige medizinische Gründe, nicht zu stillen oder vorzeitig abzustillen. Auch Frühgeborene, kranke Säuglinge und Babys mit - Beeinträchtigung können meist gestillt oder mit abgepumpter Muttermilch ernährt werden.

Tipps zur Wahl des Geburtsortes

Es ist sinnvoll, sich vorab zu erkundigen, ob im gewählten Geburtsort ein guter und ungestörter Stillbeginn gefördert wird. Denn Mutter und Kind brauchen viel gemeinsame Zeit, um sich nach der Geburt aufeinander einzuspielen. Gleich nach der Geburt ist es optimal, wenn das Baby ungestört auf dem Bauch der Mutter liegen kann. Das ist die Zeit für den ersten intensiven Hautkontakt und das Kennenlernen. Im Körper der Mutter werden dabei Hormone ausgeschüttet, die das Stillen unterstützen. Wenn das Baby auf dem Bauch der Mutter liegt, findet es von alleine die Brust, fängt an zu saugen und trinkt die erste Milch. Auch Tage nach der Geburt hilft es, wenn beide im gleichen Raum sind. So kann das Baby immer, wenn es möchte, angelegt werden. Damit stellt sich die Milchbildung nach Bedarf leichter ein. 

Diese Fragen können bei der Wahl für eine Geburtsklinik/einen Geburtsort helfen:

  • Können Mutter und Kind gleich nach der Geburt ungestörten Hautkontakt haben?
  • Ist das Baby im gleichen Zimmer wie die Mutter (24-Stunden-Rooming-in)?
  • Darf das Baby immer an die Brust, wenn es danach verlangt?
  • Wird die Mutter zum Stillen und zur Pflege gut informiert?
  • Wird das Baby nicht zusätzlich zum Stillen gefüttert (es sei denn, das ist medizinisch notwendig)?

Tipp: Die WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“

Über die WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“ lassen sich über 100 Geburts-, Kinder-, und Perinatalkliniken in Deutschland finden, die verlässlich nach den Kriterien für ein „babyfreundliches Krankenhaus“ arbeiten und zertifiziert sind.

Vera Hesels, Geschäftsführerin der WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“:

„Ausgiebiges Bonding und ungestörter Stillbeginn gehören zu den ‚zehn Schritten zum erfolgreichen Stillen‘ von WHO und UNICEF. Bis das Baby zum ersten Mal an der Brust getrunken hat, ist ein ungestörter Hautkontakt nach der Geburt einfach wichtig. Diese kostbare Zeit sollte Müttern bitte immer ermöglicht werden. In den als „babyfreundlich“ zertifizierten Kliniken kommen die Mutter und ihr Neugeborenes sogar im Hautkontakt vom Kreißsaal zur Wochenstation.“

Die 10 Schritte von WHO und UNICEF

Zur Kliniksuche


Auch viele andere Kliniken ermöglichen den ungestörten Stillbeginn. Erkundigen Sie sich direkt bei den Kliniken in Ihrem Umfeld, wie Stillen und Bindung nach der Geburt gefördert werden.

Stillen geht auch in Ausbildung oder Beruf

In Deutschland haben Stillende Anrecht auf bezahlte Stillzeiten, wenn sie in einem Beschäftigungsverhältnis sind. Das steht im Mutterschutzgesetz. Hier informieren wir über die Rechte von Stillenden. Auch für Schule, Studium und Ausbildung gibt es unterstützende Regelungen. Unsere Empfehlung: Früh mit der Arbeits- oder Ausbildungsstelle sprechen, um gemeinsam passende Rahmenbedingungen zu vereinbaren.

Hier gibt es außerdem ganz praktische Tipps zum Abpumpen von Muttermilch, für Zeiten, in denen Mutter und Kind vorübergehend nicht zusammen sind.

/

als hilfreich bewerten 0 Versenden

Beratung

Vor Ort, telefonisch oder online Hier gehts zu den Stillprofis!

Hebamme finden

ammely
Wer eine Hebamme vor Ort sucht, kann die Plattform des Deutschen Hebammenverbands e. V. nutzen. Bei akutem Bedarf ist auch eine einmalige Online-Beratung möglich. Hebammenhilfe ist für gesetzlich Versicherte kostenlos.

Hebammensuche.de
Einfache Online-Suche nach einer Hebamme bei sich in der Nähe. Es wird auch angezeigt, ob die Hebamme Kapazität hat. Hebammenhilfe ist für gesetzlich Versicherte kostenlos.

Weitere Stillunterstützung

Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e. V.
Ehrenamtliche Stillberatung und Stillgruppen vor Ort sind hier gelistet. Telefon-Hotline zu Stillberatenden unter 0228 92 95 9999.

Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e. V.
Stillberatungssuche für wissenschaftlich fortgebildete und zertifizierte Still- und Laktationsberatenden IBCLC bei sich in der Nähe.

La Leche Liga Deutschland e. V.
Zum Finden von Stillgruppen oder einer ehrenamtlichen Stillberatung vor Ort, die auch telefonisch kontaktiert werden kann. Angebot zur E-Mail-Beratung, wenn sonst keine Stillberatung verfügbar ist.

Ausbildungszentrum Laktation und Stillen
Suche nach Stillspezialistinnen®, Stillspezialisten® und IBCLC-Laktationsberatende in der Nähe, die eine wissenschaftlich fundierte 220-stündige Fortbildung absolviert haben.

Verzeichnis von Still-Lexikon
Verzeichnis für professionelle und ehrenamtliche Angebote zur Stillunterstützung vor Ort, von persönlicher Beratung bis zu Stillgruppen. Gelistet sind qualifizierte Stillberatende mit unterschiedlichen Zertifikaten.

Titelbild Ist Stillen was für mich? - Tipps für Schwangere
BLE/Netzwerk Gesund ins Leben

Kostenfrei

Abreißblock Ist Stillen was für mich? - Tipps für Schwangere

Ist Stillen was für mich? Wie kann ich mich vorbereiten? Der neue, vorab getestete Info-Comic (Abreißblock mit 50 identischen Info-Comics) eignet sich für die Stillberatung in der Schwangerschaft. Neun Stillbotschaften geben kurze, prägnante Antworten auf die wichtigsten Fragen, die Schwangere haben.

bestellen oder herunterladen

Nachgefragt

Wie oft müssen Säuglinge gestillt werden?

Konkrete Empfehlungen nach dem Motto „x-mal in 24 Stunden“ oder „alle x Stunden“ gibt es nicht. Denn Babys sind in ihrem Stillverhalten sehr verschieden. Viele Säuglinge möchten anfangs acht- bis zwölfmal in 24 Stunden angelegt werden. Doch ein Muss ist es nicht. Ist das Baby gesund, gedeiht es und nimmt es an Gewicht zu, dann ist es gut versorgt.

mehr...

Warum brauchen Stillende zusätzlich Jod?

Während der Stillzeit sollten ergänzend zu einer Verwendung von Jodsalz täglich 100 Mikrogramm (µg) Jod in Tablettenform eingenommen werden. Die Tabletten sind notwendig zur Ergänzung einer jodreichen Ernährung. Jodreich zu essen bedeutet, im Haushalt konsequent Jodsalz zu verwenden, regelmäßig ein bis zwei Portionen Seefisch pro Woche und täglich Milch und Milchprodukte zu verzehren. Sowohl die Supplementierung mit Jod als auch eine jodreiche Ernährung sind wichtige Bestandteile der Jodmangelprophylaxe. Wenn Stillende auf Fisch und Milchprodukte verzichten, z. B. wegen einer Allergie oder einer veganen Ernährung, ist eine höhere Supplementierung mit Jod ärztlich abzuwägen, da sich das Risiko für eine Unterversorgung mit Jod zusätzlich erhöht.

mehr...

Was bedeutet Clusterfeeding?

Viele Frauen, die ihr Neugeborenes stillen möchten, sorgen sich oft in den ersten Tagen nach der Geburt: Reicht die Muttermilch? Wenn das Baby plötzlich stündlich oder halbstündlich an der Brust trinken möchte und das so genannte Clusterfeeding (aus dem Englischen: Mahlzeiten-Häufung) auftritt, ist das eine sensible Phase in der Stillbeziehung zwischen Mutter und Säugling. „Es ist normal, wenn in den ersten Lebenstagen oder ‑wochen das Baby eine Art Mehr-Gänge-Menü über mehrere Stunden einfordert“, sagt Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben. Die Milchbildung passe sich individuell an und spiele sich so ein. Es sei wichtig, dass Eltern dieses Saugverhalten richtig einordneten.

mehr...

Auch interessant

Neugeborenes auf dem Bauch der Mutter
stock.adobe.com/Amelie-Benoist/BSIP

Ungestörter Hautkontakt direkt nach der Geburt vermittelt dem Kind Geborgenheit und sorgt dafür, dass im Körper der Mutter vermehrt Hormone ausgeschüttet werden, die das Stillen unterstützen. Wenn das Baby auf dem Bauch der Mutter liegt, findet es von alleine die Brust, fängt an zu saugen und trinkt die erste Milch. Dafür braucht es Ruhe.

mehr...

Warum stillen?

8 gute Gründe für das Stillen

Frau von oben stillt
olegmalyshev/Fotolia.com

Stillen ist ein echtes Rundum-Paket für die ersten Lebensmonate. Damit geben Stillende ihrem Baby Nähe, Zuwendung und eine Nahrung, die genau auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist.

mehr...

Essen und Trinken in der Stillzeit

Abwechslungsreich, ausgewogen und regelmäßig

Frau steht in der Küche und isst lachend einen Salat
stock.adobe.com/Chanelle Malambopeopleimages.com

Stillende brauchen genug Energie und Nährstoffe, um sich und ihr Baby zu versorgen. Was sie essen und trinken, beeinflusst auch die Muttermilch. So kann das Baby gleich mehrfach profitieren.

mehr...

Baby & Essen

Die App fürs erste Lebensjahr

Mann und Frau mit Smartphones
Antonioguillem/Fotolia.com

mehr...