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So lernen Kleinkinder essen

Kinder lernen das Essen so ähnlich wie das Sprechen: durch Selbermachen und Nachahmen. Nicht immer geht dabei alles glatt! Doch Dranbleiben lohnt sich. Denn jetzt, in den ersten zwei bis drei Lebensjahren, wird die Basis für das Essverhalten im späteren Leben gelegt.

Kleinkind spielt Essen
Oksana Kuzmina / Fotolia.com

Ihr Kind wächst langsam aus dem Babyalter heraus. Jetzt beginnt eine bewegte neue Zeit, ganz nach dem Motto: Ich will selber! Mit nur wenigen Ausnahmen kann Ihr Kind jetzt das Gleiche essen wie die ganze Familie. Gut für alle, denn Sie können jetzt alles gemeinsam genießen.

Gemeinsam entspannt essen

Bei gemeinsamen Mahlzeiten lernen Kinder mit der Zeit alles, was sie für ein gutes Essverhalten brauchen. Ganz einfach indem sie die Großen beobachten, sie nachahmen und alles selbst ausprobieren.

Mit diesen Familien-Regeln fühlen sich Groß und Klein am Tisch wohl:

  • Feste Essenszeiten – möglichst täglich eine Mahlzeit zusammen. Das verbindet die ganze Familie.
  • Ein Ritual zu Anfang (z. B. guten Appetit wünschen, „piep, piep, piep“)
  • Tisch zusammen decken – Ihr Kind hilft gerne mit!
  • Am Esstisch und ohne Ablenkung schmeckt´s am besten – genießen Sie die gemütliche Stimmung ohne Handy oder Bildschirm.

Nachgefragt

Wie gelingt das gemeinsame Essen am Familientisch?

In den ersten Lebensjahren wird die Grundlage dafür gelegt, was und wie ein Mensch im Laufe seines Lebens essen wird. Bei gemeinsamen Mahlzeiten lernen Kleinkinder alles, was sie für ein gutes Essverhalten brauchen. „Gemeinsam Essen ist nicht nur zum Sattwerden gut, sondern ein wichtiger Teil des Familienlebens. Am Tisch lernen Kinder zu kommunizieren und es werden Einstellungen zur Auswahl und Gestaltung des Essens vermittelt, die ein Kind fürs Leben prägen.“, erklärt Prof. Claudia Hellmers, Hebammenwissenschaftlerin im Netzwerk Gesund ins Leben.

Idealerweise isst die ganze Familie mindestens einmal am Tag zusammen. Ob morgens, mittags oder abends, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache es gibt genügend Zeit, um in Ruhe und entspannt essen zu können. Erzählen, lachen und Spaß machen schafft eine angenehme Stimmung am Tisch, während Fernseher und andere Ablenkungen stören. Eltern sollten auch Toleranz fürs Kleckern zeigen. Denn wenn Eltern es ihrem Kind ermöglichen, selbstständig zu essen und aktiv an den Mahlzeiten teilzunehmen, wird das gemeinsame Essen zu einer runden Lernerfahrung.

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Wie viel sollen Kleinkinder trinken?

Kleinkinder sollten zu jeder Mahlzeit Wasser trinken. Auch zwischendurch sollten Eltern ihrem Kind immer wieder Wasser aus Glas, Tasse oder offenem Becher anbieten. Ein gutes Maß für die Praxis sind 6 kleine Gläser pro Tag. Wasser ist die erste Wahl bei den Getränken. Auch Früchte-, Kräuter- oder Roibuschtee – ohne Zucker, Honig oder andere Süßungsmittel – sind geeignete Durstlöscher.

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Was ist für Kleinkinder tabu?

Kleinkinder können fast so essen „wie die Großen“. Bei der Auswahl von Lebensmitteln gelten für sie die gleichen Empfehlungen wie für eine ausgewogene Familienernährung: reichlich Pflanzliches und Getränke, mäßig Tierisches und sparsam Fettes und Süßes. Nur einige wenige Lebensmittel sollten Kleinkinder noch nicht essen, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben: Kleine Lebensmittel oder Lebensmittelstücke – etwa in Erdnussgröße – und rohe tierische Lebensmittel.

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Vegetarische oder vegane Ernährung für Kleinkinder?

Eltern können ihr Kind vegetarisch (also ohne Fleisch und Fisch) ernähren, wenn es Milch, Milchprodukte und Eier bekommt und die Ernährung ausgewogen und abwechslungsreich ist. Die Versorgung mit einigen Nährstoffen wie Eisen und Zink sollten Eltern im Blick behalten. Eine vegane Ernährung – ganz ohne tierische Lebensmittel – ist für Kleinkinder nicht geeignet. Einige wichtige Nährstoffe aus tierischen Lebensmitteln sind nur schwer zu ersetzen. Das kann zu einem Mangel und später zu schweren Schäden beim Kind führen. Entscheiden sich Eltern trotz der Risiken für eine rein pflanzliche Ernährung für ihr Kind, sind regelmäßige medizinische Kontrollen und Supplemente erforderlich, weil die Gefahr für einen Nährstoffmangel groß ist.

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Rhythmus für Mahlzeiten finden

Legen Sie Ihren eigenen Familienrhythmus beim Essen fest. Mit zum Beispiel 3 Haupt- und bis zu 2 Zwischenmahlzeiten ist Ihr Kind den ganzen Tag über bestens versorgt. Zu jeder Mahlzeit und auch zwischendurch darf getrunken werden – am besten Wasser.

Hunger und Sättigung kennenlernen

Kleinkind hält Hand vor den Mund
Beobachten Sie das Verhalten Ihres Kindes und lernen Sie seine Signale kennen.

Geben Sie anfangs nur eine kleine Portion auf den Teller. Wenn Ihr Kind möchte, darf es dann nachnehmen. Mit der Zeit wird es lernen, wie viel es braucht um satt zu sein. Zwingen Sie Ihr Kind nicht aufzuessen. Reste auf dem Teller sind erlaubt. Und wenn Ihr Kind wächst oder einen Entwicklungsschritt macht, kann es mal sehr großen – oder auch keinen Hunger haben. Das ist normal und kein Grund zur Sorge! Tipp: Sie entscheiden, wann, wie und was für Speisen auf den Tisch kommen. Ihr Kind entscheidet, wie viel es davon isst.

Mal nicht ans Essen denken

Zwischen den Mahlzeiten sollte es ruhig Essenspausen von mindestens 2 bis 3 Stunden geben. So entsteht ein natürliches Hungergefühl vor der nächsten Mahlzeit. Ihr Kind wird sich dann mit Genuss satt essen.

Übung macht den Meister

Erst mit den Fingern, später mit Besteck – Ihr Kind liebt es, selber zu essen. Es lernt dabei über riechen, schmecken und fühlen neue Lebensmittel kennen. Kleckern, matschen, spucken gehören ebenso dazu wie Spaß haben, wohlfühlen und satt werden. Bleiben Sie geduldig, auch wenn mal was daneben geht!

Vielfalt der Lebensmittel erfahren!

Geschmacksvorlieben aus dem Kleinkindalter wird Ihr Kind bis ins Erwachsenenalter mitnehmen. Sorgen Sie deshalb für ein vielfältiges Angebot und ermutigen Sie Ihr Kind, Neues zu probieren. Es kann mit Freude entdecken, wie verschiedene Lebensmittel aussehen, riechen und sich anfühlen.

Jedes Kind ist anders, das gilt auch fürs Essen und Trinken. Die einen probieren alles aus, die anderen sind wählerisch. Bleiben Sie geduldig, wenn Ihr Kind erst nur wenig mag. Bieten Sie neue Speisen immer mal wieder ohne Druck an, denn es braucht Zeit, sich an einen neuen Geschmack zu gewöhnen.

Tipps für wählerische kleine Esser

Bieten Sie neue Lebensmittel ohne Zwang an. Akzeptieren Sie die Ablehnung und bieten Sie das abgelehnte Lebensmittel ein anderes Mal wieder an. Ihr Kind isst nur einige wenige Lebensmittel und möchte Unbekanntes nicht einmal probieren? Es verlangt tagelang Nudeln ohne Soße oder sortiert selbst winzige Gemüsestückchen fein säuberlich aus dem Essen aus? Häufig handelt es sich um eine vorübergehende Phase. Hier ist Geduld gefragt – und das Vertrauen, dass Ihr Kind seine Lebensmittel- und Speisenauswahl mit der Zeit und mit Ihrer Unterstützung erweitern wird:

  • Ihr Kind lernt auch beim Essen von Ihnen. Seien Sie ein Vorbild und essen sie abwechslungsreich und mit Genuss. Wenn Sie selbst neue Speisen mit Freude probieren, kann das die Neugier Ihres Kindes stärker wecken, als wenn Sie es zum Probieren auffordern.
  • Bereiten Sie z. B. Gemüse abwechslungsreich zu (roh fein gerieben, gekocht, gebraten, Stücke zum Dippen, püriert als Suppe, in Smoothies etc.). Viele Kinder essen Gemüse lieber roh als gekocht.
  • Mischen Sie neue Lebensmittel mit Lieblingsspeisen Ihres Kindes, das kann die Akzeptanz steigern.
  • Auch lustige Gesichter oder andere Formen aus buntem Gemüse und Obst lieben Kinder, vor allem, wenn sie bei der Zubereitung helfen dürfen. Auch zu entdecken, wie Lebensmittel aussehen, wie sie riechen und sich anfühlen, welchen Geschmack und welche Konsistenz sie haben fördert die Akzeptanz.
  • Bleiben Sie gelassen und konzentrieren Sie sich aufs Wesentliche: eine insgesamt abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung.

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Auf einen Blick Was Kleinkinder zum Essen brauchen

Mit der Ernährungspyramide sehen Sie ganz einfach, wie eine empfehlenswerte Lebensmittelauswahl für Kleinkinder aussieht und welche Besonderheiten zu beachten sind.
 

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Das beste Essen für Kleinkinder - Empfehlungen für die Ernährung von 1- bis 3-Jährigen

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Essen und Trinken für Kleinkinder

Was kommt auf den Tisch?

Mädchen bietet Essen an
Oksana Kuzmina / Fotolia.com

Lecker und gesund auswählen – so geht’s! Bieten Sie Ihrem Kind von allem etwas an: reichlich Pflanzliches und Getränke, mäßig Tierisches und sparsam Fettes und Süßes.

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Bewegung im Kleinkindalter

Jetzt geht's rund!

Kind kopfüber
katrin_timoff / Fotolia.com

Krabbeln, laufen, hüpfen, klettern – Kleinkinder lieben es sich zu bewegen. Und das ist gut so, denn dadurch können sie sich gesund entwickeln. Unterstützen Sie Ihr Kind darin und lassen Sie ihm gleichzeitig genug Spielraum!

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Grundlage

Gemeinsame Mahlzeiten: Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter – Handlungsempfehlungen Beachtung von Hunger und Sättigung: Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter – Handlungsempfehlungen Erweiterung der Lebensmittelvielfalt: Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter – Handlungsempfehlungen