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Meine Rechte rund ums Stillen

Stillen ist Ihr gutes Recht. Die gesetzliche Krankenkasse trägt die Kosten für die reguläre Hebammenbetreuung und das Mutterschutzgesetz sichert Ihnen bezahlte Stillpausen zu.

Frau hält Paragraph-Zeichen
Robert Kneschke – stock.adobe.com

Frauenärzt*innen, Hebammen und Kinder- und Jugendärzt*innen begleiten Sie und Ihr Kind rund um die Geburt. Ihre Hebamme ist eine hilfreiche Ansprechpartnerin zum Thema Stillen. Es ist wichtig, sich rechtzeitig um eine Hebamme zu kümmern. Denn Sie haben Anrecht auf Hebammenhilfe.

Wer trägt die Kosten für die Hebamme?

Die Kosten für die Betreuung und Nachsorge durch die Hebamme trägt bei gesetzlich Versicherten die Krankenkasse. Einige Krankenkassen erstatten ganz oder teilweise auch zusätzliche Hebammenleistungen (z. B. Rufbereitschaftspauschale, Geburtsvorbereitungskurse für den oder die Lebenspartner*in). Sind Sie privat versichert, müssen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse über Ihre Leistungsansprüche informieren.

Ihr Anspruch auf Hebammenhilfe

Ihre gesetzliche Krankenkasse zahlt Beratung und Hausbesuche durch die Hebamme, bis Ihr Kind 9 Monate alt ist. Konkret heißt das:

  • Bis zum 10. Tag nach der Geburt trägt die Krankenkasse täglich mindestens einen Besuch Ihrer Hebamme.
  • Bis Ihr Kind 12 Wochen alt ist, können Sie Ihre Hebamme darüber hinaus bis zu 16-mal persönlich oder telefonisch um Rat bitten.
  • Wenn es Schwierigkeiten beim Stillen oder mit der Ernährung des Babys gibt, kann Ihre Hebamme Sie auch danach noch beraten. In dem Fall übernimmt die Krankenkasse bis zu 8 weitere Besuche oder Beratungen, bis Ihr Kind 9 Monate alt ist. Für eine darüberhinausgehende Betreuung ist eine ärztliche Verordnung nötig.

Weitere Infos gibt es beim Deutschen Hebammenverband:

Hebammenhilfe

So finden Sie eine Hebamme

Eine Hebamme können Sie z.B. auch hier finden: www.hebammensuche.de

Weitere Unterstützung beim Stillen

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich ergänzend zum Angebot der geburtsbegleitenden Berufsgruppen gezielt aufs Stillen vorzubereiten und sich von qualifizierten Stillberaterinnen unterstützen zu lassen. Auch der Austausch mit anderen stillenden Müttern z. B. in einer Stillgruppe kann hilfreich, beruhigend und praktisch sein. Für einige der Angebote entstehen Kosten, über die Sie sich auf den Internetseiten informieren können.

  • Die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) ist eine gemeinnützige Organisation zur Förderung des Stillens. Ehrenamtliche Stillberaterinnen bieten Beratung und Stillgruppen an sowie eine Telefon-Hotline für spezielle Fragen und Stillen in besonderen Situationen.
    www.afs-stillen.de
  • Beim Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V. können (werdende) Eltern unter dem Stichwort „Stillberatungssuche“ nach Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC in der Nähe suchen. Zusätzlich gibt es Infos zum Stillen und Link-Tipps.
    www.bdl-stillen.de
  • Die La Leche Liga Deutschland e. V. ist Teil einer weltweit tätigen gemeinnützigen Organisation, die Müttern Stillberatung anbietet. Die Website bietet Kontaktadressen zu Stillberaterinnen und Stillgruppen in der Nähe sowie die Möglichkeit, sich per E-Mail zu Fragen des Stillens beraten zu lassen.
    www.lalecheliga.de

Stillen und Beruf

Baby an Brust

Wenn Sie in einem Beschäftigungsverhältnis sind, haben Sie in den ersten 12 Monaten nach der Geburt Ihres Babys Anspruch auf bezahlte Stillpausen: mindestens 2-mal täglich eine halbe Stunde oder einmal pro Tag eine Stunde. Das ist im Mutterschutzgesetz festgelegt.

Wenn allerdings Ihre zusammenhängende Arbeitszeit mehr als 8 Stunden beträgt, muss Ihnen auf Ihr Verlangen zweimal eine Stillzeit von mindestens 45 Minuten gewährt werden. Oder, wenn in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgelegenheit vorhanden ist, einmal eine Stillzeit von mindestens 90 Minuten. Zusammenhängende Arbeitszeit heißt, dass sie nicht durch eine Ruhepause von mehr als 2 Stunden unterbrochen wird.

Ihr gutes Recht

  • Die Zeit, die Sie zum Stillen freigestellt werden, darf Ihnen nicht vom Verdienst abgezogen werden.
  • Sie müssen die Zeit nicht vor- oder nacharbeiten.
  • Die Stillpausen werden auch nicht auf Ihre Ruhepausen angerechnet.

Mehr Infos gibt es im Leitfaden Mutterschutz des Bundesfamilienministeriums.

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Broschüre

Auf dem aktuellen Stand zum Mutterschutzgesetz Infos für Arbeitgeber*innen

Die neue Broschüre des Bundesfamilienministeriums informiert Arbeitgeber*innen darüber, welche betrieblichen und arbeitszeitlichen Regelungen es zum Schutz von Frauen während der Schwangerschaft, nach der Entbindung und in der Stillzeit gibt.

www.bmfsfj.de

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