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Frau stillt in Cafe mit Freundin
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Meldung des Netzwerks Gesund ins Leben. Bonn, 29.9.2021.

Die diesjährige Weltstillwoche (4.–10.10.2021) legt mit dem Motto „Stillen. Unser gemeinsamer Weg.“ den Fokus auf das Miteinander beim Stillen. Mutter und Kind profitieren von Unterstützung. Rückhalt im privaten und sozialen Umfeld und gesellschaftliche Akzeptanz sind fast ebenso wichtig wie die fachliche Unterstützung. Dass Stillende in Deutschland gestärkt werden sollen, hat die Bundesregierung am 7. Juli 2021 mit der Nationalen Strategie zur Stillförderung als Ziel formuliert. Denn Stillen fördert die Gesundheit von Mutter und Kind. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Muttermilch die optimale Ernährung für Säuglinge ist. Die Nationale Strategie setzt bei der Förderung der strukturellen und fachlichen Unterstützung an. Die Weltstillwoche macht mit dem Motto „Stillen. Unser gemeinsamer Weg.“ darauf aufmerksam, dass jede und jeder Stillende stärken kann.

Fachlich kompetente Betreuung erhöht Stillrate und -dauer

Wissenschaftliche Studien belegen eindeutig: Schwangere, die gut über das Stillen informiert sind und den festen Wunsch zum Stillen haben, stillen nachweislich länger [1, 2]. Entscheidend für die Mütter ist eine kompetente, individuelle Betreuung in der sensiblen Phase rund um die Geburt. Die betreuenden Fachkräfte wie Ärztinnen und Ärzte, Hebammen sowie das Pflege- und Betreuungspersonal auf der Geburtsstation haben eine Schlüsselfunktion: Sie erleichtern Mutter und Kind den Stillstart erheblich, wenn sie positiv unterstützen, die Mütter entsprechend aktueller wissenschaftlicher Standards betreuen und auf kompetente und leicht erreichbare Beratungsangebote verweisen. Probleme, die beim Stillen auftreten können, werden so meist vermieden oder frühzeitig gelöst. Mütter, die sich nicht unterstützt fühlen, beginnen seltener mit dem Stillen und stillen früher ab als Frauen, die mit der Unterstützung rund um die Geburt zufrieden waren [1,3–6].

Auch positives soziales Umfeld fördert das Stillen

Neben der fachlichen Unterstützung tragen das soziale Umfeld und eine stillfreundliche Atmosphäre in der Gesellschaft entscheidend dazu bei, dass Frauen eine gute Stillzeit haben. Die wichtigste Rolle spielt eine feste Partnerschaft [1, 2]: Wer zuhause nicht alleine mit dem Baby ist, beginnt häufiger zu stillen und stillt für einen längeren Zeitraum. Eine positive Einstellung des Partners oder der Partnerin fördert ebenfalls die Stilldauer [4]. Auch Familie, Freundeskreis oder aufmerksame Nachbarn können der Mutter Auszeiten ermöglichen. Das erweiterte Umfeld, beispielweise Kindertagesstätten oder Arbeitgeber, kann Bedingungen schaffen, die das Stillen, das Abpumpen und die Gabe von Muttermilch ermöglichen. Stillzeit und Beruf lassen sich so besser vereinbaren. In der Öffentlichkeit können auch gänzlich Unbeteiligte mit einfachen Gesten wie einem Lächeln Wertschätzung zeigen und dazu beitragen, dass Frauen sich mit dem Stillen wohlfühlen. Gemeinsam machen alle Deutschland stillfreundlicher.

Im Rahmen der Weltstillwoche 2021 greift das Netzwerk Gesund ins Leben, das sich im Auftrag des Bundesernährungsministeriums für das gesunde Aufwachsen von Kindern einsetzt, das Motto „Stillen. Unser gemeinsamer Weg.“ in seinen Kommunikationsaktivitäten auf. Es weist auf die vielfältigen Möglichkeiten jedes und jeder Einzelnen hin, Stillende zu begleiten. So können auf Instagram unter dem Hashtag #StillenUnserGemeinsamerWeg Geschichten, Eindrücke und Begegnungen rund um die Frage geteilt werden, wer das Stillen wie begleitet hat. In einem Expert*innen-Telefon können Interessierte Fragen rund um das Stillen und die Unterstützungsmöglichkeiten stellen.

Expert*innen-Telefon am 7.10.2021 von 17–19 Uhr

unter der kostenfreien Servicenummer 0800-0 60 40 00 aus dem deutschen Festnetz mit diesen Expertinnen und Experten:  

  • Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn
    Sprecher der Nationalen Stillkommission, Max Rubner-Institut (MRI)
  • Prof. Dr. phil. Claudia Hellmers
    Professorin für Hebammenwissenschaft, Hochschule Osnabrück
  • Nora Imlau
    Stillbegleiterin und Journalistin, Schwerpunkt Familien- und Bindungsthemen, Bühl
  • Lysann Redeker
    Hebamme und Still- und Laktationsberaterin IBCLC, Klinikum St. Georg, Leipzig

Unterstützer*innen

Mutter und Kind beim Stillen zu unterstützen, dafür engagieren sich viele Akteurinnen und Akteure und Institutionen gemeinsam im Rahmen der Weltstillwoche 2021:

www.gesund-ins-leben.de/wsw-akteure

Mehr Informationen

Zur Weltstillwoche:

www.gesund-ins-leben.de/weltstillwoche

Nationale Strategie zur Stillförderung:

www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/schwangerschaft-und-baby/stillstrategie.html


Hintergrundinformation

Die Weltstillwoche ist eine von der World Alliance for Breastfeeding Action (WABA) organisierte Aktionswoche. Sie wird jährlich in 120 Ländern abgehalten. Ziel der Weltstillwoche ist es, Stillen als natürliche und selbstverständliche Ernährung für Säuglinge in den Mittelpunkt zu stellen und sowohl Familien als auch die Gesellschaft über die positiven Effekte des Stillens – gerade auch für die weitere gesundheitliche Entwicklung – zu informieren. In Deutschland findet sie immer in der 40. Kalenderwoche eines Jahres statt. Unter Beteiligung von WHO und UNICEF ist sie die größte gemeinsame Kampagne aller stillfördernden Organisationen. In diesem Jahr lautet das Motto „Stillen. Unser gemeinsamer Weg.“ Darunter wird bundesweit eine große Anzahl von Aktionen stattfinden.

Gesund ins Leben ist ein Netzwerk von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden zur Förderung der frühkindlichen Gesundheit – von der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter. Das Netzwerk gehört zum Bundeszentrum für Ernährung. Dieses ist in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung angesiedelt, im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das Netzwerk Gesund ins Leben ist Teil des Nationalen Aktionsplans „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“.

Bildmaterial zur Weltstillwoche

Wer mit unserem Poster-Motiv auf die Weltstillwoche aufmerksam machen möchte, findet hier unterschiedliche Varianten, zum Beispiel für den Einsatz in Newslettern, auf Internetseiten und in den Sozialen Medien. Die Angabe des Copyrights ist verpflichtend: "BLE, Foto: DEEPOL by plainpicture".

Ich akzeptiere die Copyright-Anforderung und möchte die Bilder herunterladen. (zip-Datei)

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Literatur

[1] Jöllenbeck M. Identifikation wirksamer Interventionsmaßnahmen zur Stillförderung. Eine differenzierende Betrachtung unter Berücksichtigung des sozioökonomischen Status. Dissertation. 2012.http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:46-00102733-13

[2] Ludwig-Walz H et al. (2019) Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft und spätere Stillpraxis bei Müttern in schwierigen Lebenslagen. In: ERNÄHRUNGS UMSCHAU 7/2019, M390–M398

[3] Rasenack R et al. Einflussfaktoren auf die Stilldauer im Freiburger Geburtenkollektiv (FreiStill). In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2012; 72: 1–7

[4] Kersting M et al. Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglingsernährung in Deutschland – SuSe II. 14. DGE-Ernährungsbericht. Vorveröffentlichung Kapitel 3. Bonn: DGE, 2020

[5] Brettschneider A-K et al. Stillverhalten in Deutschland – Neues aus KiGGS Welle 2. In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 2018; 61: 920–925

[6] Bürger B et al. Sukie – Studie zum Stillverhalten und zur Kinderernährung in Österreich. 2021. Im Internet: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Wien, 6/2021. Zugriff: 27.9.2021

Gudrun Kinzel
cay kinzel

Referentin

Gudrun Kinzel

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon 0228 6845-2729

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