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Baby rührt in Topf
Oksana Kuzmina/Fotolia.com

Empfehlungen

  • Kindern sollte ermöglicht werden, neue Lebensmittel zu entdecken und zu erfahren, wie sie schmecken, wie sie aussehen, wie sie riechen, wie sie sich anfühlen.
  • Geschmackspräferenzen bilden sich durch wiederholtes Probieren. Werden neue Lebensmittel bzw. neue Speisen eingeführt, sollten Eltern sie mehrmals ohne Zwang anbieten und geduldig sein. Eltern sollten eine (zeitweise) Ablehnung von angebotenen Lebensmitteln akzeptieren und es zu einem anderen Zeitpunkt wieder versuchen.

Grundlagen der Empfehlungen

Eine Beeinflussung von Lebensmittelpräferenzen durch frühe sensorische Erfahrungen erscheint biologisch plausibel. Die Studien sind heterogen, stützen aber zusammengenommen die Plausibilität der Empfehlung für eine abwechslungsreiche Ernährung sowohl der stillenden Mutter (s. Abschn. Ernährung der stillenden Mutter) als auch des Säuglings im Beikostalter [130]. Häufig wird empfohlen, neue Lebensmittel wiederholt anzubieten, um die Akzeptanz dafür beim Kind zu erhöhen [20, 38, 80, 99].

Hintergrundinformationen

Frühe Geschmackserfahrungen können sich auf spätere Geschmacks- und Lebensmittelvorlieben auswirken. Das ist besonders im Hinblick auf Gemüse und Obst wünschenswert. Säuglinge reagieren von Anfang an positiv auf süß, mit 2 bis 6 Monaten auch auf salzig. Sie reagieren aber negativ auf bitter, wobei es genetische Unterschiede in der Sensitivität für Bitterstoffe gibt [156, 158]. Es scheint postnatale Zeitfenster zu geben, in denen das sich entwickelnde Gehirn eine erhöhte Sensitivität für Umwelteinflüsse hat und frühe Erfahrungen neuronale Verschaltungen des Gehirns und lebenslanges Verhalten beeinflussen können [156].

Es gibt zunehmend Hinweise dafür, dass u. a. durch die Ernährung in der Schwangerschaft und der Stillzeit spätere Lebensmittelvorlieben des Kindes mitbeeinflusst werden können [209] und dass frühe Geschmacksvielfalt die Bereitschaft fördert, neue Lebensmittel zu probieren und zu akzeptieren [157]. Kinder lernen bereits früh eine Fülle an unterschiedlichen Geschmacksstoffen kennen, die aus Lebensmitteln der mütterlichen Ernährung in das Fruchtwasser und in die Muttermilch übergehen. Das Geschmacksprofil der Frauenmilch variiert nicht nur von Mutter zu Mutter, sondern auch von Stillmahlzeit zu Stillmahlzeit. So wird ein gestilltes Kind mit dem Duft und Geschmack der Lebensmittel vertraut, die seine Mutter isst und die sie ihm wahrscheinlich später im Rahmen der Familienkost auch anbieten wird [157]. Ehemals gestillte Kinder probieren und akzeptieren neue Lebensmittel besser als nichtgestillte (z. B. [112, 170, 209]).

Zu Beginn der Beikostphase ist die Ablehnung von neuen Lebensmitteln i. Allg. gering [56, 145]. Eltern sollten deshalb bei der Beikostfütterung von Anfang an für ein vielfältiges Angebot sorgen, aber auch Ablehnung akzeptieren und ihr Kind nicht zum Essen drängen, da dies die Akzeptanz gegenüber den angebotenen Lebensmitteln vermindern könnte [80]. Das wiederholte Anbieten und Probierenlassen neuer Gemüseund Obstarten in der Beikostphase kann die Wahrscheinlichkeit der Akzeptanz erhöhen. Dabei wird eine Akzeptanz für neue Lebensmittel oft erst nach 8- bis 10-maligem Angebot erreicht [156, 186, 196].

Säuglinge und Kleinkinder scheinen Lebensmittelpräferenzen auch durch Beobachtung und Nachahmung zu entwickeln. Sie akzeptieren neue Lebensmittel eher, wenn Erwachsene und Geschwister das Gleiche essen [20]. Deshalb sollten Säuglinge ab der Beikostphase am Familientisch dabei sein, wo sie auch geeignete Lebensmittel mitessen können.

Beim Übergang von der (Mutter)-Milchernährung zu Brei oder fester Kost können Anpassungsschwierigkeiten auftreten. Abwehrende Reaktionen des Kindes oder auch der zunehmende Wunsch, selbst zu essen, können Eltern verunsichern. Meist legen sich die Schwierigkeiten wieder, wenn Eltern geduldig sind, Ablehnungen akzeptieren und das Kind beim Selbstessen gewähren lassen. Versuchen die Eltern die Situation zu bestimmen, kann sich das ablehnende Verhalten des Kindes verstärken und das Risiko für Fütter-/ Essstörungen erhöhen [206]. Eltern sollten sich an die betreuende kinder- und jugendärztliche Praxis wenden, wenn ihr Kind beim Essen übermäßig wählerisch ist, feste Nahrung verweigert, kaum Appetit hat, nur bei extremer Ablenkung isst, ständig Essen hochwürgt, ausspuckt, sich übergibt oder, wenn sie sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen.

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Ernährung und Bewegung sind im 1. Jahr nach der Geburt eines Kindes für die kurz- und langfristige Gesundheit von Mutter und Kind von besonderer Bedeutung. Im Jahr 2024 fand eine Teilaktualisierung der Handlungsempfehlungen zu Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen statt. Diese betrifft die Empfehlungen zur Auswahl von Säuglingsnahrung bei erhöhtem Allergierisiko und zur Fluoridgabe im 1. Lebensjahr. Alle anderen Empfehlungen geben den Stand von 2016 wieder. 

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