Empfehlung
- Das Meiden bestimmter Lebensmittel in der Schwangerschaft hat keinen Nutzen für die Allergieprävention beim Kind und soll deshalb nicht erfolgen. Somit gelten die generellen Ernährungsempfehlungen gleichermaßen auch für Schwangere, in deren Familie das Allergierisiko erhöht ist (siehe Kapitel „Ernährungsweise und Getränke“).
Grundlagen der Empfehlung
Die Empfehlung basiert auf der S3-Leitlinie „Allergieprävention“ [156] sowie auf der Leitlinie der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) zur Prävention von Nahrungsmittelallergien [157].
Hintergrundinformationen
Laut S3-Leitlinie „Allergieprävention“ wird empfohlen, während der Schwangerschaft auch potente Nahrungsmittelallergene wie Milch(produkte) einschließlich fermentierter Milchprodukte wie Joghurt sowie Nüsse, Eier, Fisch, Obst und Gemüse in die Ernährung einzuschließen [156]. Auch die EAACI-Leitlinie empfiehlt keine Restriktion potenzieller Nahrungsmittelallergene während der Schwangerschaft mit dem Ziel, eine Nahrungsmittelallergie bei Säuglingen und Kindern zu verhindern, denn eine vorbeugende Wirkung ist nicht belegt [157]. Darüber hinaus können diätetische Einschränkungen das Risiko einer unzureichenden Nährstoffzufuhr bergen. Wichtig ist allerdings, dass Schwangere Lebensmittel, auf die sie selbst allergisch reagieren, auch in der Schwangerschaft weiterhin meiden.
Die aktuelle Datenlage ist zu schwach für konkrete Empfehlungen hinsichtlich einer besonderen Ernährungsweise (z. B. mediterrane Ernährung) oder eines gezielten Verzehrs einzelner Lebensmittel mit dem Zweck der Allergieprävention beim Kind. Auf Basis der für die S3-Leitlinie „Allergieprävention“ bis 2020 bewerteten Datenlage lässt sich auch kein schützender Effekt des Fischverzehrs in Bezug auf atopische Dermatitis oder andere allergische Erkrankungen ableiten [156].
Belegt ist hingegen, dass eine aktive oder passive Exposition gegenüber Tabakrauch in der Schwangerschaft das Risiko für die Entwicklung von Allergien und vor allem Asthma beim Kind im Vorschulalter sowie im frühen Schulalter erhöht. Schwangeren wird daher empfohlen, nicht zu rauchen und sich auch nicht in Räumen aufzuhalten, in denen geraucht wird oder wurde. Ferner ist die Annährung des mütterlichen Körpergewichts vor der Schwangerschaft an ein Normalgewicht auch aus Sicht der Allergieprävention beim Kind wünschenswert [156] (siehe Kapitel „Nikotin und Cannabis” sowie „Körpergewicht vor der Konzeption und Gewichtsentwicklung in der Schwangerschaft“).