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Teeblätter und Kaffeebohnen
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Empfehlung

  • Schwangere sollten koffeinhaltige Getränke und Lebensmittel wie Kaffee, Tee, Cola-Getränke, Energydrinks, Guarana oder Schokolade nur in moderaten Mengen konsumieren, d. h. nicht mehr als insgesamt 200 mg Koffein über den Tag verteilt. Das entspricht etwa 2 Tassen Filterkaffee à 200 ml oder 2 Tassen Espresso à 60 ml.

Grundlagen der Empfehlung

Es gibt Hinweise darauf, dass ein zu hoher Konsum von Koffein in der Schwangerschaft negative gesundheitliche Folgen für das Kind haben kann [423]. Die EFSA hält eine über den gesamten Tag verteilte Koffeinzufuhr aus allen Quellen von bis zu 200 mg pro Tag in der Schwangerschaft für unbedenklich [424].

Hintergrundinformationen

Koffein kommt natürlicherweise in Kaffee- und Kakaobohnen, Teeblättern, Guaranafrüchten und Kolanüssen vor und wird auch Lebensmitteln und Getränken sowie Nahrungsergänzungsmitteln zugesetzt [424]. Kaffee gilt als beliebtestes Heißgetränk der deutschen Bevölkerung; der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland lag zuletzt bei durchschnittlich 164 l pro Jahr [425].

Koffein passiert die Plazenta schnell und gelangt so zum Ungeborenen [424]. In der Schwangerschaft verlängert sich zudem die Halbwertszeit für Koffein, sodass das Ungeborene dem Koffein längere Zeit ausgesetzt sein kann, wenn die Schwangere koffeinhaltige Getränke und Lebensmittel zu sich nimmt [424, 426]. Ungeborene Kinder sind damit die vulnerabelste Gruppe in der Gesamtbevölkerung für mögliche negative Auswirkungen von Koffein [424].

In Studien wurde der Zusammenhang zwischen Kaffee- oder Teekonsum in der Schwangerschaft und der Gesundheit von Mutter und Kind untersucht. Es zeigte sich, dass ein hoher Koffeinkonsum mit einem geringen Geburtsgewicht, SGA, einer höheren Rate von Fehl- und Totgeburten sowie Übergewicht, Adipositas und Leukämie im Kindesalter assoziiert ist [423, 427–429]. Die Evidenz für Assoziationen zwischen einem hohen Koffeinkonsum und Frühgeburt, neurologischen Entwicklungsstörungen beim Kind (z. B. Verhaltensstörungen, intellektuelle Entwicklung, ADHS) sowie für Präeklampsie und Hypertonie in der Schwangerschaft ist hingegen widersprüchlich und damit weiterhin unklar [423, 427, 430–433].

Laut EFSA gilt eine über den gesamten Tag verteilte Koffeinzufuhr aus allen Quellen von bis zu 200 mg pro Tag für das ungeborene Kind als unbedenklich [424]. International empfehlen einige Fachgesellschaften und -institutionen ebenfalls, die Koffeinzufuhr in der Schwangerschaft auf 200 mg täglich zu beschränken [1, 14, 45]; andere raten, eine Zufuhr von 300 mg Koffein täglich nicht zu überschreiten [16, 42, 94, 350].

Der Koffeingehalt in einzelnen Lebensmitteln und Getränken kann schwanken, wie auch die Portionsgrößen schwanken können. Die in der Tabelle angegebenen Mengen können jedoch als Orientierungswerte dienen [434] (Tab. 1):

Tab. 1 Koffeingehalt in verschiedenen Getränken und Lebensmitteln
GetränkPortionseinheitKoffein pro Portion1
Filterkaffee1 Tasse (200 ml)90 mg
Energydrink1 Dose (250 ml)80 mg
Espresso1 Tasse (60 ml)80 mg
Schwarzer Tee1 Tasse (200 ml)45 mg
Cola-Getränk1 Tasse (200 ml)35 mg
Kakao-Getränk1 Tasse (200 ml)8 bis 35 mg
Grüner Tee1 Tasse (200 ml)30 mg
Zartbitterschokolade1/2 Tafel (50 g)25 mg
Vollmilchschokolade1/2 Tafel (50 g)10 mg

Quelle: BfR [435], modifiziert nach EFSA [424] [434]

1 Näherungswerte aufgrund von Schwankungen

Die Konzentration an Koffein in Kaffeegetränken ist abhängig von der Sorte der verwendeten Kaffeebohnen, dem Herstellungs- bzw. Röstprozess und von der Zubereitung des Getränks (z. B. als Filterkaffee oder Espresso). Die in Kakaogetränken ermittelten Koffeingehalte hängen von der Art und Menge des in den verschiedenen Sorten enthaltenen Kakaos ab [424].

Bei Energydrinks handelt es sich um koffeinhaltige Erfrischungsgetränke. Sie können zusätzlich zu Koffein weitere Substanzen (wie Taurin, Glucuronolacton oder Inosit) enthalten. Übliche Energydrinks enthalten 320 mg Koffein je Liter. Ab einem Gehalt von 150 mg je Liter ist folgender Hinweis Pflicht: „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“. Energy-Shots ähneln in ihrer Rezeptur den Energydrinks, sind jedoch konzentrierter. Sie werden in kleineren Portionseinheiten (25 bis 75 ml) angeboten und haben einen deutlich höheren Gehalt an Koffein und zum Teil auch an Taurin als Energydrinks. Das BfR empfiehlt Schwangeren, auf den Konsum von Energydrinks und Energy-Shots gänzlich zu verzichten [435].

Zu den koffeinhaltigen Lebensmitteln zählen auch die Samen der Guarana-Pflanze, deren Gehalt an Koffein etwa 4-mal so hoch ist wie bei Kaffeebohnen [436]. Guarana wird als Zutat u. a. in Schokolade, Kakao-, Biermisch- oder Fruchtteegetränken verwendet.

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Literatur

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[434] European Food Safety Authority. Koffein. Im Internet: https://www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/caffeine; Stand: 09.09.2025

[435] Bundesinstitut für Risikobewertung. Kaffee, Energy Drinks oder Koffeinpulver: Muntermacher mit gesundheitlichen Risiken? FAQ; 2025

[436] Moustakas D, Mezzio M, Rodriguez BR et al. Guarana provides additional stimulation over caffeine alone in the planarian model. PLoS One 2015; 10: e0123310; doi.org/10.1371/journal.pone.0123310