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Schutz vor Infektionen durch Lebensmittel in der Schwangerschaft

Schwangere sollen keine rohen tierischen Lebensmittel essen.

Sushi
Maksud / Fotolia.com

Empfehlungen

  • Schwangere sollen keine rohen tierischen Lebensmittel essen. Darüber hinaus sollten sie bei der Auswahl, Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln die Empfehlungen zur Vermeidung von Listeriose und Toxoplasmose beachten.
  • Schwangere Frauen sollen Eier nur verzehren, wenn Eigelb und Eiweiß durch Erhitzung fest sind.

Grundlagen der Empfehlungen

Empfehlungen zur Auswahl, Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln sind im 2017 erschienenen Informationsblatt „Listeriose und Toxoplasmose. Sicher essen in der Schwangerschaft“ vom Bundeszentrum für Ernährung zusammengefasst [161] (Bestell-Nr. 0346, www.ble-medienservice.de). Sie basieren auf Daten aus dem Zoonosen-Monitoring und anderen Mitteilungen der Länder über das Vorkommen von Zoonosen-Erregern in untersuchten Lebensmitteln und Untersuchungsergebnissen von lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen, Literaturauswertungen und Expertenmeinungen, wie von Mitgliedern der Kommission für Biologische Gefahren und Hygiene am Bundesinstitut für Risikobewertung. Da eine Salmonellose Mutter und Kind schaden kann, sollten Eier nur durchgegart verzehrt werden.

Hintergrundinformationen

Die Erreger von Listeriose und Toxoplasmose können während der Schwangerschaft auf die Plazenta und das ungeborene Kind übergehen, zu schweren Erkrankungen und auch zu Früh- und Totgeburten führen [159], [160]. Dem Robert Koch-Institut werden pro Jahr ca. 20 bis 40 Fälle von Neugeborenen-Listeriose und ca. 5 bis 40 Fälle von konnataler Toxoplasmose bei Neugeborenen [162], [163] gemeldet (www.rki.de), das Meldesystem erfasst jedoch nur laborbestätigte Fälle. Eine bundesweite Seroprävalenzstudie schätzt jährlich 345 Fälle von konnataler Toxoplasmose in Deutschland [164].

Hinsichtlich der Toxoplasmose ist vor allem der Verzehr von rohem sowie von nicht durchgegartem Fleisch (auch in Form von Rohwurst wie Salami oder rohem Schinken) vom Schwein, Lamm bzw. Schaf und Wild problematisch [160], [165], [166].

Rohe Fleischprodukte, Räucherfisch und Weichkäse (auch aus wärmebehandelter Milch wie z. B. Gorgonzola) bergen ein erhöhtes Risiko, pathogene Listerien zu enthalten; auch Rohmilch und Erzeugnisse daraus sowie Gemüse und Salate können betroffen sein [159], [167], [168], [169], [170]. Listerien können auch auf erhitzte Lebensmittel gelangen. Sie vermehren sich auch bei Kühlschranktemperaturen sowie in Produkten, die unter Vakuum oder Schutzatmosphäre verpackt wurden.

Schwangere sollten ihre Speisen möglichst kurz vor dem Verzehr zubereiten und rasch verbrauchen. In Restaurants und Kantinen sollten sie möglichst Speisen verzehren, die direkt vor dem Verzehr erhitzt wurden. Neben der Auswahl der Lebensmittel spielt Hygiene bei der Lagerung und Zubereitung eine wichtige Rolle, um sich vor lebensmittelbedingten Infektionen zu schützen.

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Thieme

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Aktuelle Handlungsempfehlungen Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft

Die Handlungsempfehlungen fassen wichtige Botschaften zu Ernährung und Lebensstil vor und in der Schwangerschaft zusammen. Die Empfehlungen werden von den für Deutschland relevanten wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbänden unterstützt. 

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Literatur

159 Allerberger F, Wagner M. Listeriosis: a resurgent foodborne infection. Clin Microbiol Infect 2010; 16: 16-23

160 Elsheikha HM. Congenital toxoplasmosis: priorities for further health promotion action. Public Health 2008; 122: 335-353

161 Bundeszentrum für Ernährung. Listeriose und Toxoplasmose. Sicher essen in der Schwangerschaft. Bestell-Nr. 0346. Online: http://www.ble-medienservice.de last access: 31.07.2018

162 Robert Koch-Institut. Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2016. Berlin: Robert Koch-Institut; 2017

163 Schoneberg I. Seltene Infektionskrankheiten in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2008; 51: 539-546

164 Wilking H, Thamm M, Stark K. et al. Prevalence, incidence estimations, and risk factors of Toxoplasma gondii infection in Germany: a representative, cross-sectional, serological study. Sci Rep 2016; 6: 22551

165 EFSA. Scientific Opinion of the Panel on Biological Hazards on a Request of EFSA on Surveillance and monitoring of Toxoplasma in humans, food and animals. EFSA Journal 2007; 583: 1-64

166 Bojar I, Szymanska J. Environmental exposure of pregnant women to infection with Toxoplasma gondii–state of the art. Ann Agric Environ Med 2010; 17: 209-214

167 Lamont RF, Sobel J, Mazaki-Tovi S. et al. Listeriosis in human pregnancy: a systematic review. J Perinat Med 2011; 39: 227-236

168 Oliveira M, Usall J, Solsona C. et al. Effects of packaging type and storage temperature on the growth of foodborne pathogens on shredded ‘Romaine’lettuce. Food Microbiol 2010; 27: 375-380

169 Sinigaglia M, Bevilacqua A, Campaniello D. et al. Growth of Listeria monocytogenes in fresh-cut coconut as affected by storage conditions and inoculum size. Food Prot 2006; 69: 6

170 Thevenot D, Delignette-Muller ML, Christieans S. et al. Prevalence of Listeria monocytogenes in 13 dried sausage processing plants and their products. Int J Food Microbiol 2005; 102: 85-94