Meldung des Netzwerks Gesund ins Leben. Bonn, 28.10.2026.
Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das für das Wachstum und die Entwicklung eines ungeborenen Kindes unverzichtbar ist. Das Netzwerk Gesund ins Leben erklärt, wie Schwangere genug Jod bekommen können.
Jod ist in der Schwangerschaft für die gesunde Entwicklung des Kindes unverzichtbar. Es wird benötigt, um Schilddrüsenhormone zu bilden. Diese beeinflussen zahlreiche Stoffwechselprozesse. Während der Schwangerschaft ist eine ausreichende Jodversorgung besonders wichtig, weil sich der Bedarf der Frau erhöht und das ungeborene Kind auf eine ausreichende Versorgung mit Schilddrüsenhormonen angewiesen ist. Deutschland zählt allerdings zu den Jodmangelgebieten und viele Frauen nehmen bereits vor einer Schwangerschaft zu wenig Jod auf.
Eine anhaltende Unterversorgung mit Jod kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und die Entwicklung des Kindes gefährden. Deshalb lohnt es sich, sich bereits bei Kinderwunsch jodreich zu ernähren und die Versorgung während der Schwangerschaft im Blick zu behalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren 220 µg (Mikrogramm) Jod pro Tag. Erwachsene, die nicht schwanger sind, brauchen 150 µg Jod pro Tag.
„Selbst bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl, Verwendung von Jodsalz und einem regelmäßigen Verzehr von Meeresfisch sowie Milch und Milchprodukten ist es schwer, den erhöhten Jodbedarf in der Schwangerschaft zu decken“, sagt Constance Rybak, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben. Daher empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben Schwangeren zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung mit jodiertem Speisesalz ein Nahrungsergänzungsmittel mit 100–150 µg Jod täglich einzunehmen.
So gelingt die Jodversorgung im Alltag
Eine bewusste Lebensmittelauswahl hilft dabei, die Jodzufuhr zu verbessern. Besonders wichtig sind folgende Quellen:
- Wöchentlich Fisch: Kabeljau und andere Meeresfische sind eine gute natürliche Jodquelle.
- Täglich Milch(-produkte) und regelmäßig Eier: Milch, Joghurt, Käse und Eier können einen wichtigen Beitrag zur Jodversorgung leisten, wenn dem Tierfutter Jod zugesetzt wurde.
- Jodiertes Speisesalz: Wer Salz verwendet, sollte Jodsalz wählen. Auch beim Einkauf lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Bei Brot, Wurst und anderen verarbeiteten Lebensmitteln solche wählen, die Jodsalz enthalten. Dennoch gilt: Salz insgesamt sparsam verwenden.
Außerdem brauchen Schwangere täglich 100–150 µg Jod als Nahrungsergänzungsmittel. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte vor der Supplementierung eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin erfolgen.
Wer sich vegan ernährt, Fisch und Milchprodukte meidet, sollte sich individuell beraten lassen.
Mehr Jod ist nicht automatisch besser
Bei Jod kommt es auf die richtige Menge an. Getrocknete Algen und Seetangprodukte können sehr hohe und stark schwankende Jodmengen aufweisen. Sie sind deshalb keine verlässliche Möglichkeit, den täglichen Bedarf zu decken, und können zu einer übermäßigen Jodaufnahme führen. Schwangere sollten solche Produkte nicht essen.
Weitere Informationen:
Artikel: Warum brauchen Schwangere zusätzlich Jod?
Die neuen Handlungsempfehlungen zur Schwangerschaft zum Download
Hintergrund:
Das Netzwerk Gesund ins Leben ist ein Zusammenschluss von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden zur Förderung der frühkindlichen Gesundheit – von der Zeit vor der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter. Alle Akteurinnen und Akteure dieses Netzwerks unterstützen Familien beim gesunden Aufwachsen ihrer Kinder. Basis dafür sind die fachlich gesicherten, konsentierten Handlungsempfehlungen. Die Handlungsempfehlungen “Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft” wurden 2026 aktualisiert und sind nationaler Beratungsstandard für Fachkräfte.
Das Netzwerk stellt Informationen für Fachkreise, Familien und Presse zur Verfügung: Auf der Website, auf Instagram, per Newsletter, durch Fortbildungen, auf Veranstaltungen und in Informationsmaterialien. Darüber hinaus wirkt das Netzwerk auf strukturelle Rahmenbedingungen ein, um Familien und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Alltag zu unterstützen.
Das Netzwerk Gesund ins Leben ist Teil des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).