Bonn, 05. August 2026. Die Handlungsempfehlungen „Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft“ wurden wissenschaftlich überprüft und vor dem Hintergrund veränderter gesundheitlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen überarbeitet. Außerdem werden nun bei den Empfehlungen beide Lebensphasen (Kinderwunsch und Schwangerschaft) noch konsequenter beleuchtet, wenn es die Datenlage zuließ.
Wichtige Neuerungen:
- Da es in Studien Hinweise gibt, dass auch vegetarische und vegane Ersatzprodukte eine Ursache für Lebensmittelinfektionen sein können, ist diese Lebensmittelgruppe im Kapitel „Schutz vor Lebensmittelinfektionen“ mit aufgenommen worden.
- Mit der Teillegalisierung von Cannabis wurde eine systematische Bewertung erforderlich und erstmalig eine Empfehlung ausgesprochen: Schwangere sollen kein Cannabis konsumieren.
- Statt die Energiezufuhr in der Schwangerschaft geringfügig zu steigern, lautet nun die Empfehlung, dass die meisten Schwangeren diesen nicht erhöhen sollten. Der Grund dafür ist das hohe Ausgangsgewicht vieler Schwangeren, zu wenig körperliche Bewegung und eine übermäßige Gewichtszunahme im Verlauf der Schwangerschaft. Ein Mehr an Vitaminen und Mineralstoffen wird betont.
- Ernährungsweise: Die lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen (FBDG) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) dienen als Orientierung zur Lebensmittelauswahl für die gesunde Allgemeinbevölkerung. In den Handlungsempfehlungen kommt das Netzwerk Gesund ins Leben zu dem Ergebnis, dass die Ernährungsempfehlungen der DGE auch Schwangeren als Orientierung dienen können – wenn zusätzlich Empfehlungen zur Supplementierung und zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen beachtet werden.
- Im Fokus des Kapitels „Gewicht und Gewichtsentwicklung“ steht eine gesundheitsförderliche Lebensweise. Konkrete Empfehlungen zur Gewichtsentwicklung in der Schwangerschaft dienen ergänzend als Orientierung.
- Empfehlungen zur Supplementierung sind insgesamt konkretisiert und spezifiziert, z. B. im Hinblick auf Kinderwunsch und auf vegetarische und vegane Ernährung.
- Die Bewegungsempfehlungen nehmen nun auch Schwangere in den Blick, die bisher nicht regelmäßig körperlich aktiv waren. Zudem gibt es genauere Empfehlungen zu Bewegungsdauer und -arten in der Schwangerschaft sowie zur Begrenzung von Inaktivität.
Alle Inhalte auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand
Der interdisziplinäre wissenschaftliche Beirat des Netzwerks Gesund ins Leben hat die überarbeiteten Empfehlungen vor dem Hintergrund aktueller systematischer Reviews, Meta-Analysen sowie (inter-)nationaler Leitlinien und Empfehlungen überarbeitet, konsentiert und praxisnahe Empfehlungen ausgesprochen.
Vollgepackt mit aktuellen Informationen
Die Handlungsempfehlungen enthalten nicht nur die Empfehlungen zu den einzelnen Themen, sondern sind in ihren jeweiligen Grundlagen und Hintergrundtexten vollgepackt mit Informationen, die es erleichtern, sich als Fachkraft in die Themen einzuarbeiten und entsprechend fachlich fundiert beraten zu können.
Alle Kapitel wurden auf Basis aktueller Studien, Leitlinien, Stellungnahmen, Statistiken vollständig neu verfasst und teils mit Hinweisen zu Beratungsangeboten ergänzt. Somit sind die Handlungsempfehlungen ein perfektes Nachschlagewerk für die Beratungspraxis mit allerhand Informationen, die bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft für die Gesundheit von Mutter und Kind wichtig sind.
Weitere Informationen:
Die neuen Handlungsempfehlungen zur Schwangerschaft zum Download (PDF-Download)
Flyer „Schwangerschaft – Gesund und aktiv" hier herunterladen (PDF-Download)
Hintergrund:
Das Netzwerk Gesund ins Leben ist ein Zusammenschluss von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden zur Förderung der frühkindlichen Gesundheit – von der Zeit vor der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter. Alle Akteurinnen und Akteure dieses Netzwerks unterstützen Familien beim gesunden Aufwachsen ihrer Kinder. Basis dafür sind die fachlich gesicherten, konsentierten Handlungsempfehlungen. Die Handlungsempfehlungen “Ernährung, Bewegung und weitere Gesundheitsaspekte vor und während der Schwangerschaft” wurden 2026 aktualisiert und sind nationaler Beratungsstandard für Fachkräfte.
Das Netzwerk stellt Informationen für Fachkreise, Familien und Presse zur Verfügung: Auf der Website, auf Instagram, per Newsletter, durch Fortbildungen, auf Veranstaltungen und in Informationsmaterialien. Darüber hinaus wirkt das Netzwerk auf strukturelle Rahmenbedingungen ein, um Familien und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Alltag zu unterstützen.
Das Netzwerk Gesund ins Leben ist Teil des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).